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Archiv 2005
„Worthülsen einer Universitätsreform“ | „Worthülsen einer Universitätsreform“ |
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Aus der „Sicht eines Praktikers“ kritisierte Rektor Wolfhard Wegscheider die Umsetzung der Universitätsreform anlässlich der Akademischen Feier der Montanuniversität Leoben. Auf viel zitierte Begriffe wie Leuchtturm, Vernetzung, Profilbildung, Weltklasse, Exzellenz und Internationalisierung im Zusammenhang mit der Universitätsreform ging Rektor Prof. Dr. Wolfhard Wegscheider in seiner Rede bei der heutigen Akademischen Feier der Montanuniversität Leoben ein. Über den „Leuchtturm“, der die Diskussion um die Elite-Universität prägt, habe sich noch niemand Gedanken gemacht, „wie isoliert und einsam so ein Gebäude dasteht“. Dieser versinnbildliche das Gegenteil eines blühenden wissenschaftlichen Biotops und kenne keine Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Leuchttürmen. Das gleiche gelte für die Begriffe Weltklasse und Exzellenz. Rektor Wegscheider: „Das neue Gesetz wurde zur Entwicklung der österreichischen Universitäten zur Weltklasse geschaffen, jedenfalls auf der Internetseite unseres Ressorts. Dass das österreichische Universitätsbudget für alle Universitäten so groß ist wie das einer einzigen angesehenen japanischen oder US-amerikanischen Universität, will man nicht hören.“ Fast ein Drittel des gesamten Budgets organisiere sich die Montanuniversität aus anderen Quellen, dies seien beinahe 80 Prozent der Gelder, welche die Universität in moderne Ausstattung investieren könne. „Ein Universitätenvergleich zwischen österreichischen, bayerischen und schweizerischen Universitäten wurde“, so Wegscheider, „in Auftrag gegeben, durchgeführt und seither unveröffentlicht unter Verschluss gehalten.“ Es werde also nichts mit der Weltklasse, dafür wolle man flugs eine neue Exzellenz-Universität schaffen, obwohl zu wenig Geld für die Grundausstattung jener Institutionen da sei, die das Rückgrat der akademischen Bildung darstellen. |

