30.06.2006

Erste Ehrendoktorin der Montanuniversität

Ramona M. Graves, Professorin an der amerikanischen Partner-Universität Colorado School of Mines, ist die erste Ehrendoktorin der Montanuniversität Leoben.

In der heutigen Akademischen Feier verlieh die Montanuniversität das Ehrendoktorat an Dr. Ramona M. Graves, Professorin an der US-amerikanischen Partneruniversität Colorado School of Mines, für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen im Erdölwesen. Damit wird Dr. Graves als erste Frau, die diese höchste akademische Auszeichnung erhält, in die Annalen der Montanuniversität eingehen. Dies ist umso bemerkenswerter, als Dr. Graves Wissenschaftlerin in einem weitgehend männerdominierten Fach ist.

Professor Graves war eine der ersten Frauen, die an einer amerikanischen Universität das Doktorat im Fach Erdölwesen machten. Seit 25 Jahren ist sie Professorin an der Colorado School of Mines, wo sie maßgeblich an der Leitung des Departments of Petroleum Engineering beteiligt ist. Ihr hohes internationales Ansehen führt sie immer wieder um den ganzen Globus. In der Forschung weist Dr. Graves Erfolge in der fächerübergreifenden Charakterisierung von Erdöl- und Erdgaslagerstätten, Gesteinsmechanik und Aufgaben des Umweltschutzes bei der Entwicklung und Produktion von Lagerstätten auf. Seit einigen Jahren beschäftigt sie sich auch mit dem friedlichen Einsatz von Hochleistungs-Lasern, wie sie für den "Krieg der Sterne" entwickelt worden sind. Die Idee, die dahinter steckt, ist die Entwicklung einer innovativen Methode für Tiefbohrungen, ausgehend von der Wechselwirkung zwischen hochenergetischen Laserstrahlen, Gestein und Flüssigkeiten bzw. Gasen. Dr. Graves ist Mitglied der Kommission für Ingenieurwesen, Angewandte Wissenschaft und Mathematik beim Nationalen Forschungsrat der USA. Für die Montanuniversität ebenso von besonderem Wert ist ihr persönliches Engagement für den Austausch von Studierenden des Erdölwesens zwischen ihrer und der Leobener Universität. Nicht zuletzt dank ihres Einsatzes hat sich dieser Austausch zu einem großen Erfolg entwickelt.

Ausländergesetze stehen Internationalisierung im Wege 

Auf die Hürden bei der Internationalisierung der Universitäten ging Rektor Wolfhard Wegscheider ein. "Die neuen Ausländergesetze", so Wegscheider, „stehen der Internationalisierung im Wege. Das führt zu unglaublichen Schikanen, die einer Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts nicht würdig sind, wenn etwa von der Universität eingeladene Gastprofessoren Leumundszeugnisse vorweisen müssen." Eine Universität als Elite-Institution müsse sich für die Besten verwenden. Wegscheider: "Da ist es unerheblich, ob die weiß oder schwarz sind, und ob im Pass Österreicher oder sonst etwas steht. Wir wollen die Besten bei uns haben, die müssen wir dann aber auch so behandeln, wie sich das die Besten verdienen oder auch erwarten können."

19 Bakkalaurei, 45 Diplomingenieure, 13 Doktoren 

Im Rahmen der Akademischen Feier graduierte die Montanuniversität 19 Bakkalaurei sowie 45 Diplomingenieure und promovierte 13 Doktoren. An 19 Diplomingenieure, die vor 50 Jahren ihr Studium abschlossen, überreichte Rektor Wegscheider das "Goldene Diplom".