14.10.2002

Erste Wissensbilanz eines Universitätsinstitutes

Das Institut für Wirtschafts- und Betriebswissenschaften setzt auf die Bewertung des Faktors "Wissen" - eine Notwendigkeit, der sich in Zukunft auch alle anderen Universitäten und Unternehmen stellen müssen.

Wissen ist ein Faktor, der für Universitäten und auch für Unternehmen aufgrund der sich ständig ändernden Technologien und Märkte in der heutigen Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung gewinnt. Deshalb hat sich das Institut für Wirtschafts- und Betriebswissenschaften unter der Leitung von Professor Biedermann weltweit als erstes universitäres Institut entschlossen, das intellektuelle Vermögen (Mitarbeiter, Strukturen, Beziehungen) darzustellen und die dadurch ermöglichten Leistungen zu bewerten.

Humankapital ein entscheidender Faktor 

Die Wissensbilanz beinhaltet das "intellektuelle Vermögen" einer Institution. Sie gibt sozusagen den Wert einer Institution im Hinblick auf nicht monetär fassbare Aspekte an. So wird eine ganzheitliche Darstellung des Profils sowie der vorhandenen Potenziale gewährleistet. Das Einbinden des Humankapitals ist dabei der wesentlichste Faktor. "Dadurch sind wir auch in der Lage, konkrete Ziele zu formulieren sowie die Zielerreichung in diesem schwer greifbaren Bereich zu überprüfen", so Prof. Biedermann. "Das alles sind Faktoren, die ja gerade jetzt im Hinblick auf die vollständige Autonomie der Universitäten äußerst wichtig sind", erläutert Biedermann weiter.

Ab 2007 für Universitäten verpflichtend 

Ab 2007 wird es für Universitäten verpflichtend sein, Wissensbilanzen als Erfolgsnachweis vorzulegen. "Wir haben das für diese zukünftigen Universitätswissensbilanzen notwendige Rahmenmodell gemeinsam mit dem Forschungszentrum Seibersdorf erarbeitet", erläutert Prof. Biedermann dazu. Universitäten haben dadurch die Möglichkeit, die Zielerreichung in sämtlichen Tätigkeitsbereichen zu dokumentieren und die notwendigen Schlüsse zu ziehen, wie angestrebte Ziele besser erreicht werden können. Österreichweit wird es für Universitäten erstmals möglich sein, konkrete Wissensziele aus den strategischen Zielen abzuleiten, diese dadurch zu steuern und die Profilbildung effizienter zu gestalten.

Überlebensfähigkeit von Unternehmen 

Personalentwicklungspläne und Unternehmenskonzepte werden sich in Zukunft maßgeblich an einer Wissensbilanz orientieren müssen. "Denn nur das gezielte Management unter besonderer Berücksichtigung von 'Wissen' stellt in Zukunft die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sicher und damit auch die langfristige Überlebenschance von Unternehmen", so Biedermann abschließend.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Ing. Marion Graggober, Institut für Wirtschafts- und Betriebswissenschaften 
Tel. 03842/402-377, e-mail: Marion.Graggober@wbw.unileoben.ac.at