10.07.2014

Erster 3-D-Drucker „Made in Austria“ für Kunststofftechnik

Am Lehrstuhl für Kunststoffverarbeitung an der Montanuniversität Leoben steht seit Ende Juni eine weitere 3-D-Drucktechnologie für die Forschung und Lehre zur Verfügung. Erste Erfahrungen wurden auf einem Leihgerät schon in der Sonderausstellung „Rohstoffe sind Zukunft“ gesammelt.

Stephan Schuschnigg mit der neuesten Errungenschaft der Kunststoffverarbeitung dem 3-D-Drucker Hage 3Dp-A2

Dieses „Fused Deposition Modeling“-Verfahren (FDM) wird im Bereich der generativen Fertigung benötigt, die für eine schnelle und kostengünstige Herstellung von Modellen und Prototypen bis hin zu Endprodukten steht. Die Forschung am Lehrstuhl wird sich auf den 3-D-Drucker selbst und das dazugehörige Verarbeitungsmaterial konzentrieren.

Der Drucker wurde mit Unterstützung der Herstellerfirma HAGE Sondermaschinebau GmbH & Co KG angeschafft. Dabei handelt es sich um einen der ersten 3-D-Drucker „Made in Austria“ für Industriekunden. Bauteile in der Größe von einem Blatt Papier im Format A2 (42 x 59,4 cm) und einer Höhe von 30 cm sind möglich. Die Fertigungszeit der Druckwerke hängt dabei vom Volumen der Teile und der Feinheit des Druckes ab.

Wie läuft so ein Druckprozess eigentlich ab?
Der Drucker erhitzt einen Polymerstrang, schmilzt diesen auf und trägt das Material Schicht für Schicht auf das Bauteil auf. Die kleinsten Schichten, welche sich bisher realisieren lassen konnten, waren 5/100 mm „klein“, wobei die unterschiedlichsten Parameter wie Viskosität der Schmelze und Steifigkeit des Stranges eine große Rolle spielen.

Derzeit werden meist ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) und PLA (Polymilchsäuren) auf den FDM Druckern verarbeitet. In einem Projekt mit HAGE wurden schon andere Polymere auf deren Drucktauglichkeit ausprobiert. Dabei spielt auch die am Lehrstuhl für Kunststoffverarbeitung befindliche Extrusionsanlage eine wichtige Rolle, da Kunststoffstränge mit unterschiedlichen Füllstoffen direkt am Lehrstuhl hergestellt und am Drucker ausprobiert werden können.

Weitere Informationen:
Dipl.-Ing. Stephan Schuschnigg, Lehrstuhl für Kunststoffverarbeitung
Tel.: 03842/402-3511
E-Mail: stephan.schuschnigg@unileoben.ac.at