18.11.2002

Gütesiegel für Sekundärenergieträger

Neuregelungen auf nationaler und europäischer Ebene führen zu grundlegenden Änderungen in der österreichischen Abfallwirtschaft. Die Österreichische Gütegemeinschaft für Sekundärenergieträger (ÖG-SET) hat sich in Zusammenarbeit mit der Montanuniversität Leoben zum Ziel gesetzt, die Herstellung und den Einsatz von qualitätsgesicherten Abfällen/Reststoffen als Sekundärenergieträger (SET) in industriellen Feuerungsanlagen zu objektivieren.

Während einerseits Abfälle, die bis jetzt deponiert werden, ab Januar 2004 gemäß Deponieverordnung (DVO) bis auf wenige regionale Ausnahmen nicht mehr ohne Vorbehandlung abgelagert werden dürfen (BMLFUW, 2001), öffnen sich andererseits neue Möglichkeiten der thermischen Verwertung im Rahmen einer Mitverbrennung in industriellen Feuerungsanlagen sowie der thermischen Verwertung in dafür vorgesehenen Anlagen.

Forschungsprojekt 

Das vom Forschungs-Förderungs-Fond für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) unterstützte Projekt wird vom Institut für Entsorgungs- und Deponietechnik der Montanuniversität Leoben (IED) unter der Leitung von Univ.Prof. Karl Lorber koordiniert und in Zusammenarbeit mit heimischen Partnern aus der Wirtschaft im Rahmen einer auf zwei Jahre anberaumten interdisziplinären Forschungstätigkeit bearbeitet.

Gütezeichen als Ziel 

In drei Projektphasen wollen die Experten der Montanuni das Forschungsvorhaben abwickeln. Am Beginn steht die Ausarbeitung von entsprechenden Regelungen für die Probenahme, Probenaufbereitung sowie Validierung bzw. Weiterentwicklung von Analyseverfahren. Phase Zwei umfasst die Bewertung der Auswirkungen der erarbeiteten Regelungen auf den Einsatz von SET in industriellen Feuerungsanlagen, und im letzten Projektschritt erfolgt die Erarbeitung eines Gütesicherungskonzeptes als Grundlage für ein Gütezeichen.

Thema der Deponietechniktagung 

Das Forschungsprojekt ist auch Thema der von 20. bis 22.November stattfindenden Deponietechniktagung in Leoben, zu der über 400 Teilnehmer aus 12 Nationen erwartet werden. „Den Hauptschwerpunkt bilden aber auch heuer die sogenannten Altlasten“, meint Univ.Prof Karl Lorber als Veranstalter der Tagung, „auch wenn wir in West- und Mitteleuropa nicht mehr so große Probleme damit haben, so bleibt doch unbestritten, dass die Deponien in Osteuropa und auch in den großen Märkten wie beispielsweise China oder Indien auch für die nächste Zukunft Thema Nummer Eins sein werden“.

Neuausrichtung des Studiums 

„Nicht zuletzt um den geänderten Anforderungen gerecht zu werden, passen wir auch unsere Studienrichtung an die aktuelle Situation an,“ meint Lorber weiter, „denn industrieller Umweltschutz muss entlang der Wertschöpfungskette gesehen werden, daher wird auch der Name des Studiums in ‚Ver- und Entsorgungstechnik’ umbenannt und wir übernehmen damit eine absolute Vorreiterrolle in Europa“, so Lorber abschließend.

Weitere Informationen: 

Univ.Prof. Dr Karl Lorber, Institut für Entsorgungs- und Deponietechnik 
Tel. +43 3842 46103-51, E-Mail: enttech@unileoben.ac.at