19.09.2012

Kamingespräch mit Physik-Nobelpreisträger Dr. Johannes Bednorz

Am 18.September lud die Montanuniversität Leoben gemeinsam mit der AT&S zu einem Kamingespräch im Rahmen der EUMICON (European Mineral Resources Conference) ins Falkensteiner Hotel Asia Spa. Neben Physik-Nobelpreisträger Dr. Johannes Bednorz standen dem interessierten Publikum Dipl.-Ing. Andreas Gerstenmayer (CEO AT&S) und Rektor Wilfried Eichelseder zur Verfügung.

v.l.n.r.: Dipl.-Ing. Andreas Gerstenmayer (CEO AT&S), Dr. Johannes Bednorz und Rektor Wilfried Eichlseder.

"Ist Europa noch konkurrenzfähig?“ Bednorz beantwortete diese Frage mit einem klaren „ja“, jedoch mit dem Aufruf, Talente in den Bereichen Technik und Naturwissenschaften bereits in der Schule zu fördern. Auch fordert er, ein Umfeld für Nachwuchsforscher zu schaffen, das ihnen ermöglicht, Risiko einzugehen. „Ohne Risikobereitschaft gibt es keine neuen Errungenschaften“, so Bednorz. 
Dipl.-Ing. Andreas Gerstenmayer strich die Bedeutung der Industrie in der österreichischen Forschungslandschaft heraus. „60 Prozent der Forschungsausgaben kommen von Seiten der Industrie“, so Gerstenmayer. Es ist jedoch die Aufgabe des Staates für eine gute Basisforschung zu sorgen. 
Rektor Wilfried Eichlseder bemängelte vor allem das österreichische Schulsystem, in dem jegliches Interesse an Naturwissenschaften und Technik verloren geht. „Nur 6 Prozent der 18-Jährigen würden laut einer Umfrage ein technisches Studium in Erwägung ziehen“, erklärt Eichlseder. Auch werden die finanziellen Rahmenbedingungen für Universitäten immer schwieriger.
Gemeinsam plädierten sie für eine bessere Schulausbildung in den MINT-Fächern sowie eine ausreichende Finanzierung der Universitäten.

Dr. Johannes Bednorz
Bednorz wurde 1950 in Nordrhein-Westfalen geboren, studierte an der Universität Münster, seit 1982 ist er am IBM Zürich Research Laboratory beschäftigt. 1987 erhielt er gemeinsam mit seinem Kollegen Karl Alexander Müller der Physik-Nobelpreis für die Arbeiten über Hochtemperatur-Supraleitung in Keramiken aus Kupferoxiden. 

Weitere Informationen
Mag. Christine Adacker
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 03842/402-7224
E-Mail: christine.adacker@unileoben.ac.at