30.01.2013

Montanuniversität als Vorreiter für Wissensallianzen (Knowledge Alliances) in Europa

Die Strategie Europa 2020 hat zum Ziel, intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum in Europa zu schaffen. Bildung, insbesondere Hochschulbildung, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Europa braucht hochqualifizierte Arbeitskräfte und Unternehmer, um die zukünftigen Herausforderungen zu meistern und die Möglichkeiten der Wissensgesellschaft auszuschöpfen. Der Montanuniversität Leoben ist es mit ihrer Projektidee "E-nspiration" gelungen, von der Europäischen Kommission die Finanzierung für einen "Knowledge Alliance"-Piloten zu erlangen.

 

Das internationale Projektteam der Wissensallianz "E-nspiration" bei einem Meeting an der Montanuniversität

"Wir sind stolz darauf, dass wir uns mit unserem Projektvorschlag gegen weitere 100 Anträge durchsetzen konnten und durch die EU-Förderung nun in der Lage sind, einen europäischen Prototypen für Wissensallianzen zu entwickeln", so die Projektkoordinatorin Dr. Brigitte Kriszt vom Außeninstitut der Montanuniversität.

Neues Ausbildungsnetzwerk

Der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Deshalb hat die Europäische Kommission eine Initiative zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft in Europa gestartet. Neben einer Plattform, dem "Forum Hochschule – Wirtschaft", die den Austausch und das gegenseitige Lernen zwischen den Akteuren auf europäischer Ebene unterstützt, wurde eine Pilotmaßnahme initiiert, die Wissensallianzen fördert. Diese Allianzen sollen unter anderem zur Entwicklung neuer und innovativer Lehr- und Lernmethoden beitragen, sie sollen unternehmerisches Denken und Handeln fördern und die Erzeugung neuer Ideen und deren Umsetzung stimulieren.

Zentrale Idee der Wissensallianz "E-nspiration" ist es, ein Ausbildungsprogramm für Energiemanagement und -technologie zu entwickeln, indem moderne webbasierte Lernmethoden zur Anwendung kommen. Dies ermöglicht erstmals in diesem Fachgebiet, dass sich im Berufsleben stehende Personen mit Studierenden und Lehrenden in internationalen virtuellen Teams zusammenzuschließen.

"Das Ziel von 'E-nspiration' ist es, ein Ausbildungsnetzwerk für energieintensive Branchen wie die Eisen- und Stahl- oder Papier- und Zellstoffindustrie aufzubauen, das europaweit sowohl jungen Menschen als auch erfahrenen Mitarbeitern von Unternehmen Wissen über Energieeinsparungspotenziale vermittelt. Dies wird für die zukünftige europäische Entwicklung von energieeffizienten und sauberen Technologien bestimmend sein", ist die Einschätzung von Univ.-Prof. Harald Raupenstrauch, Themenverantwortlicher der Montanuniversität für Energietechnik und Studiengangsbeauftragter des Studiums Industrielle Energieenergietechnik an der Montanuniversität.

Austausch und Wissensermittlung, die Bearbeitung von gemeinsamen kleinen Projekten zählen als Nährboden für Innovation. "Für die Unternehmen der energieintensiven Branchen wie Metallurgie oder Papiererzeugung eröffnen sich durch 'E-nspiration' neue Wege für die kontinuierliche Weiterbildung ihrer Belegschaft", so Dr. Bruno Hribernik, Geschäftsführer der ASMET, die bereits mehr als 100 österreichische interessierte Unternehmen vernetzt.

Der Wissensallianz "E-nspiration" gehören elf europäische Partner aus den Ländern Österreich Schweden, Deutschland und Slowakei an. "Das kontinuierliche Wachstum des Partnernetzwerkes bildet eine zentrale Rolle, um das heute verfügbare Wissen in zukunftsfähige Technologien überzuführen", sieht Univ.-Prof. Lars Nilsson, Karlstad University Schweden, als Grundvoraussetzung für den Erfolg einer Wissensallianz und lädt schon heute Interessenten aus ganz Europa ein, sich der Wissensallianz anzuschließen.

In Zukunft mehr Förderung

Zwei Pilotaufrufe für Wissensallianzen mit einem Finanzvolumen von jeweils einer Million Euro wurden bisher durchgeführt. Das Interesse an diesen Aufrufen übertraf alle Erwartungen. 2011 wurden 94 Projektvorschläge eingereicht, und 2012 sogar 103. Aufgrund der begrenzten Mittel konnten nur jeweils drei Projekte gefördert werden. Allerdings sollte sich das in Zukunft ändern. Der Vorschlag der Kommission für das europäische Bildungsprogramm (2014-2020) "Erasmus für Alle" beinhaltet eine spezielle Aktionslinie Wissensallianzen mit einer vorgeschlagenen Mittelausstattung von 175 Millionen Euro für die siebenjährige Laufzeit. Dies würde die Förderung einer angemessenen Anzahl von Wissensallianzen ermöglichen und dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft in Europa voranzubringen.

Weitere Informationen:
Dr. Brigitte Kriszt Außeninstitut – Montanuniversität Leoben
Tel.: +43/(0)3842/402-8404
E-Mail: brigitte.kriszt[at]unileoben.ac.at