09.10.2013

Neuer Professor für Geologie und Lagerstättenlehre

Ab dem Wintersemester 2013 leitet Univ.-Prof. Mag.rer.nat. Dr.mont. Frank Melcher den Lehrstuhl für Geologie und Lagerstättenlehre an der Montanuniversität Leoben. Der gebürtige Deutsche folgt dem langjährigen Lehrstuhlleiter Em.O.Univ.-Prof. Dr. Fritz Ebner nach.

Die Montanuniversität ist Melcher nicht neu. „Ich habe 1993 bei dem damaligen Mineralogieprofessor Eugen Stumpfl meine Dissertation abgeschlossen“, erzählt Melcher. Eigentlich wollte er nach dem Vordiplom in Mainz nur ein Auslandsjahr in Innsbruck machen. Von dort kamen Kontakte zu den Leobener Geologen sowie zu seinem späteren Doktorvater zustande. Nach seiner Dissertation und einem Postdoc-Jahr beim Minnesota Geological Survey in den USA war er als Assistent an der Montanuni, wo er auch im Jahr 2000 habilitierte. Danach ging Melcher zurück nach Deutschland zur Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover, in der er in den letzten Jahren vor allem im Bereich der Lagerstätten mineralischer Rohstoffe forschte. Die Kontakte zur Montanuniversität sind aber nie abgebrochen, und „so habe ich mich gemeinsam mit meiner Familie entschlossen, erneut den Schritt nach Leoben zu wagen“, so Melcher.

Neues Labor
Eines seiner wichtigsten Vorhaben ist die Einrichtung eines Labors für ein Laserablationsmassen-spektrometer. „Mit diesem Gerät kann die genaue Zusammensetzung von Mineralphasen in Erzen und Gesteinen untersucht werden“, erklärt Melcher. So können auch kleinste Mengen von Hightech-Metallen (wie Seltene Erden, Niob, Tantal, Wolfram, Gallium oder Germanium) erkannt werden. „Wichtig bei diesen Untersuchungen ist auch eine Aussage, ob es sich lohnt, diese Metalle aus heimischen Erzen zu gewinnen“, so Melcher weiter. Dieses neue Labor soll in Zusammenarbeit mit dem Department für Allgemeine, Analytische und Physikalische Chemie eingerichtet werden.

Neues in der Lehre
Durch die Emeritierung von zwei Professoren werden auch die Lehrveranstaltungen an die neuen Erfordernisse angepasst werden. „Wobei ich glaube, dass es vor allem im Masterstudium zu Änderungen kommen wird und das Bachelorstudium mit seinen Grundlagenfächern weitgehend unverändert bleiben wird“, meint Melcher.

Neue Methoden
Ein Projekt liegt dem neuen Professor besonders am Herzen: „Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit der sogenannten Fingerprintmethode: Hier kann man bestimmte Erze zu ihrem Ursprung zurückverfolgen“, erklärt Melcher. Diese Methode ist vor allem für Konfliktmineralien, die auch geschmuggelt werden, von großer Bedeutung. Auch für Archäologen und Archäometallurgen könnte diese Methode nützlich sein.
Für die Zukunft möchte Melcher neue Industriekontakte aufbauen, die Drittmittelleistungen aufstocken und auch mehr wissenschaftliches Personal an seinem Lehrstuhl beschäftigen. Gleichzeitig soll aber auch die geowissenschaftliche Grundlagenforschung in Zusammenarbeit mit den Kollegen des Departments Angewandte Geowissenschaften und Geophysik gestärkt werden.

Weitere Infos:
Univ.-Prof. Dr. Frank Melcher
Lehrstuhl für Geologie und Lagerstättenlehre
Tel.: 03842/402-6100
E-Mail: frank.melcher(at)unileoben.ac.at