06.10.2005

“Rohstoffe bedeuten Wohlstand“

Prof. Helmut Flachberger, seit 1. Oktober Leiter des Lehrstuhls Aufbereitung und Veredlung im neuen Großdepartment Mineral Resources and Petroleum Engineering, unterstreicht die Bedeutung mineralischer Rohstoffe für den gesellschaftlichen Wohlstand.

Seit kurzem ist Dipl.-Ing.Dr.mont. Helmut Flachberger Leiter des Lehrstuhls „Aufbereitung und Veredlung“. Als erste große Herausforderung betrachtet Flachberger die mit 1. Jänner 2006 festgesetzte Eingliederung seines Institutes in das neue Großdepartment „Mineral Resources und Petroleum Engineering“ . „Die große Chance für mich besteht zweifelsohne darin, von Beginn an die Entwicklung im Department mitzugestalten,“ so Flachberger. Er ist sich darüber im Klaren, dass es Zeit, Energie und Umsicht bedarf, damit das derzeit nur auf dem Papier bestehende Großdepartment auch mit Leben und einer gemeinsamen Vision gefüllt wird. „Veränderungen werden für alle Beteiligten unausweichlich sein,“ ist sich Flachberger sicher. Die Zukunft des Departments sieht der neue Professor vor allem in einer stark internationalen Ausrichtung.

Forschungsschwerpunkte 

Flachberger hat sowohl in Lehre als auch Forschung viel vor. „Schwerpunktmäßig wird industrienahe Forschung betrieben. Die Betätigungsfelder orientieren sich an den steten Herausforderungen der Industrie und umfassen u.a. Eigenschaftsanalyse von Funktionsmineralen, Fein- und Feinstkornaufbereitung, vertiefte wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Magnetscheidung, Simulation von Aufbereitungsprozessen, optische Sortierung, Nassaufbereitung im Bereich Sand und Kies und natürlich die Salzmineralaufbereitung, mein wissenschaftliches Steckenpferd“.

Internationale Positionierung 

„Für die Lehre sehe ich den Aufbau des Magisterprogramms „Mineral Processing“ als die größte Herausforderung. Der ‚Aufbereitungsingenieur‘ muss im Bewusstsein der mineralverarbeitenden Industrie positioniert werden. Ich bin hierbei aber sehr optimistisch, denn die Nachfrage übersteigt bereits jetzt das Angebot bei weitem“ zeigt sich Flachberger zuversichtlich. Das Magisterprogramm „Mineral Processing“ soll international positioniert werden und neben der klassischen Mineralaufbereitung auch Fächer wie Messtechnik und Automation, computerunterstützte Anlagenplanung, oder Produktentwicklung enthalten.

Investitionen im Rahmen der Berufungszusage werden maßgeblich in die Mess- und Apparatetechnik getätigt. Derzeit sind im Institut vier wissenschaftliche und vier nichtwissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt. Ziel ist es, im Zweijahresschritt jeweils einen wissenschaftlichen Mitarbeiter zusätzlich aufzunehmen.

Persönliches 

Flachberger ist gebürtiger Oberösterreicher, ein Bad Ischler. 1987 begann er mit dem Studium Bergwesen mit dem Schwerpunkt Aufbereitung und Veredlung. Danach war er vier Jahre Assistent am Institut für Aufbereitung und Veredlung. Anschließend wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit. Aus dem Zentrum für angewandte Technologie, dem Gründerzentrum der MUL, gründete er die Firma MinTech GesmbH, der er fünf Jahre lang vorstand. „Die Management-Skills, die ich mir in dieser Zeit angeeignet habe, kann ich auch als Lehrstuhlleiter einsetzen“, ist sich Flachberger sicher.

Auf die Frage, ob mit der Berufung ein Traum für ihn in Erfüllung gegangen ist, antwortet Flachberger: „Ich wollte immer als Lehrer und Wissensvermittler wirken und junge Menschen begleiten, dass nun auch der Forscher in mir gefordert ist, freut mich besonders.“

Wichtige Arbeit muss aber auch noch in der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung geleistet werden, denn, und das zeigen die Entwicklungen der vergangenen Monate besonders drastisch, „der Wohlstand einer Gesellschaft ist sehr eng mit der Verfügbarkeit von Rohstoffen verknüpft“.

Weitere Informationen: 

Prof. Helmut Flachberger 
Tel.: 03842/402-1800 
Mobil: 0664/4645478 
E-mail: helmut.flachberger@mu-leoben.at 
http://www.unileoben.ac.at/mineralaufbereitung/