12.05.2015

"Standing ovations" für Friedensnobelpreisträger Wa?esa

Im Rahmen der Jubiläums-Feierlichkeiten „175 Jahre Montanuniversität“ war am Freitag (8. Mai 2015) einer der bekanntesten europäischen Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts in Leoben zu Gast: Der heute 71-jährige „Solidarno??“-Gründer, Friedensnobelpreisträger und ehemalige Staatspräsident von Polen Lech Wa??sa hielt im voll besetzten Erzherzog-Johann-Auditorium einen Vortrag zum Thema „Vereintes Europa“.

v.l.-Rektor Wilfried Eichlseder und Lech Walesa

Bereits im Zuge des rund halbstündigen Vortrages verstand es Walesa sein Publikum zu fesseln. Von der Gründung der Gewerkschaftsbewegung bis zum unglaublichen Wahlsieg, der ein kommunistisches Land quasi über Nacht zur Demokratie geführt hatte, spannte sich der Bogen seiner Ausführungen. Noch wichtiger als sein Vortrag war dem Friedensnobelpreisträger aber die Diskussion mit den rund 500 Besuchern, für die er sich eine gute Stunde Zeit nahm, und in der er zahlreiche Fragen beantwortete. Das zum Großteil studentische Publikum verabschiedete den charismatischen Verfechter der europäischen Idee am Ende mit „standing ovations“.

Lech Wa??sa wurde am 29. September 1943 als Sohn eines Zimmermanns geboren. Der gelernte Elektriker kämpfte ab 1968 als Dissident gegen das kommunistische Regime. Sein Streik mit den Danziger Werftarbeitern 1980 und die Gründung der ersten systemunabhängigen Gewerkschaft im damaligen sogenannten Ostblock, „Solidarno??“ (Solidartät), markierten den Anfang vom Ende des Kommunismus in Osteuropa. Wa??sa war deren Vorsitzender, bis die Regierung im Dezember 1981 das Kriegsrecht verhängte und ihn internierte. In den darauffolgenden schwierigen Jahren blieb er jedoch das unbeugsame lebendige Symbol der Widerstandsbewegung und letztlich des Umbruchs in Osteuropa. 1983 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. Im Dezember 1990 wurde Wa??sa zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten Polens gewählt und hatte dieses Amt fünf Jahre lang inne.

Neben dem Friedensnobelpreis hat Wa??sa zahlreiche bedeutende Auszeichnungen erhalten, darunter „The Presidential Medal of Freedom“, die höchste zivile Auszeichnung in den USA. Er ist Ehrendoktor von mehr als 45 Universitäten und Ehrenbürger von über 30 Städten auf der ganzen Welt. 2008 wurde er zudem in den EU-„Weisenrat“ berufen.

Weitere Informationen:

Erhard Skupa
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Tel.: 03842/402-7220, +43 664 80 898 7220