22.08.2006

Umweltgerechte Reinigung von Öltank

Ein neues Verfahren zur emissionsarmen Reinigung von Großöltanks entwickelte das Institut für Verfahrenstechnik des Industriellen Umweltschutzes der Montanuniversität Leoben.

Durch den Einsatz einer speziellen Fackel ist es Verfahrenstechnikern der Montanuniversität Leoben gelungen, Öltanks so emissionsarm wie möglich zu reinigen und die daraus gewonnene Energie zu nutzen. Die EU hat dieses Verfahren als „best available techniques“ in die IPPC-Richtlinie (Integrated Pollution Prevention and Control), also in die Vorgaben zur Vermeidung und Verminderung von Umweltverschmutzung, aufgenommen.

„Bei der wiederkehrenden Begutachtung von Großöltanks“, so Institutsvorstand Prof. Werner Kepplinger, „müssen diese vorher gereinigt werden. Dabei werden große Mengen an Kohlenwasserstoffen an die Atmosphäre abgegeben.“ Die Leobener Umwelttechniker lösten das Problem, „indem wir die abgesaugten Gase abfackeln und gleichzeitig die anfallende Wärme nutzen“. Dies ermöglicht, so Kepplinger, „die thermische Umwandlung von Schadstoffen wie Benzole und höhere Kohlenwasserstoffe in harmlose Verbindungen wie Wasser und Kohlendioxid“. Professor Kepplinger und sein Team arbeiteten für die Entwicklung dieses Verfahrens mit den Firmen Rohrer und OMV zusammen.

„Einfache und kostengünstige Lösung“ 

Sowohl in Labor- als auch in Großversuchen hat sich gezeigt, dass dieses Verfahren problemlos eingesetzt werden kann. Die neue Methode zur Reinigung von Großöltanks bringt mehrere Vorteile mit sich, wie Professor Kepplinger hervorhebt: „Die notwendige Apparatur ist mobil, der Aufbau ist einfach und kostengünstig, und die Zielwerte werden erreicht.“

Mit der zurück gewonnenen Wärmeenergie kann der abgepumpte Schlamm aufgeheizt werden. Damit kann sauberes Öl, welches bis zu mehrere tausend Tonnen pro Öltankreinigung betragen kann, abgeschieden und wiederverwertet werden. Zusätzlich zurück gewonnene Energie kann in das Netz eingespeist werden.

Umweltgerechte Verfahren 

Die Leobener Umwelttechniker haben schon mehrfach Verfahren entwickelt, um Produktionsvorgänge umweltgerechter zu gestalten und die Emission von Schadstoffen wesentlich zu verringern. Das rückstandsfreie Bierbrauen, die Rauchgasreinigung bei Abgasanlagen hinter Industrieöfen sowie die Weiterverwertung des Abfalls von Raffineriebetrieben sind einige Beispiele der aktuellen Forschungstätigkeiten.

Weitere Informationen: 

Prof. Dr. Werner Kepplinger 
Montanuniversität Leoben, Institut für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes 
Tel.: 03842 402-5001 
E-Mail:  vtiu(at)unileoben.ac.at