21.05.2001

Wissenschaft zum Angreifen

Großer Andrang herrschte bei der ScienceWeek-Veranstaltung der Montanuniversität Leoben. Die Präsentationen machten Wissenschaft erlebbar.

"Wir möchten mit dieser Veranstaltung mögliche Schwellenängste vor der Montanuniversität abbauen helfen und den Scheinwerfer darauf richten, was die Zukunft von uns allen sein kann." Mit diesen Worten eröffnete Dr. Wolfgang Pöhl, Rektor der Montanuniversität, die ScienceWeek-Veranstaltung in Leoben. Das enorme Interesse, das bei der Eröffnung sichtbar war, lässt den Schluss zu, dass man mit dieser Veranstaltung diesen Zielen sicher näher gekommen ist.

Sieben Institute der Montanuni und drei Leobener Schulen beteiligten sich an der ScienceWeek in Leoben, die am 18. und 19. Mai am Hauptplatz zu sehen war. Bei allen Präsentationen war die Begeisterung spürbar, mit denen wissenschaftliche Forschung den Besuchern der ScienceWeek auf sehr unkonventionelle Art nahe gebracht wurde. Das Institut für Bergbaukunde baute neben das Zelt einen 26 Meter langen Modell-Stollen auf. Die Bergbau-Wissenschaftler führten damit den Weg der Rohstoffe, von denen jeder Österreicher 15 Tonnen im Jahr benötigt, bis zum Konsumgut "vor Augen". Auf Schatzsuche entführte das Institut für Markscheide- und Bergschadenkunde und vermittelte spielerisch, dass Messungen im Bergbau ohne High-Tech unvorstellbar sind.

Dass die Sonne auch kühlen kann und wie Sonnenkraft Computer betreibt, erfuhr man am Stand des Institutes für Elektrotechnik, das Solarzellen am Hauptplatz aufbaute. "Abgasreinigung" machte das Institut für Verfahrenstechnik des Industriellen Umweltschutzes sichtbar und veranschaulichte anhand eines Wirbelschichtreaktors und eines Sprühwäschers "verborgene" Vorgänge. Parallelen zwischen technischen Prozessen und kulinarischen Experimenten, garniert mit Köstlichkeiten aus Physik und Chemie, tischte das Institut für Gesteinshüttenkunde auf. Wie aus Abfällen Brennstoffe erzeugt werden und wie hoch der Energieinhalt im Vergleich zu herkömmlichen Brennstoffen ist, beantwortete das Institut für Entsorgungs- und Deponietechnik. Dass der Sand von sonnigen Stränden die Grundlage der heutigen Nachrichtentechnik ist, beleuchtete das Institut für Physik. Schüler der Hauptschule I Leoben-Stadt und der Leobener Gymnasien Moserhofstraße 5 und 7 bewiesen mit physikalischen und chemischen Experimenten, dass sie auf dem besten Weg sind, die Wissenschaft von morgen zu bereichern.

Jede Menge Gewinnspiele, spannende Präsentationen und faszinierende Vorführungen machten die wissenschaftliche Forschung, wie sie an der Montanuniveristät Leoben betrieben wird, nachvollziehbar und belegten die Bedeutung für viele Angelegenheiten des Alltags.