09/20/2010

Fachtagung "ODOK 2010" an der Montanuniversität

Unter dem Motto "Wissenszugang und Informationskompetenz für alle?" ist vom 22. bis zum 24. September die "ODOK 2010" an der Montanuniversität Leoben zu Gast. Die gemeinsame Tagung der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare und der Österreichische Gesellschaft für Dokumentation und Information findet seit 25 Jahren im Zwei-Jahres-Rhythmus statt. Die Themen befassen sich schwerpunktmäßig mit der Finanzierung, Erschließung und Verwaltung elektronischer Medien und den relevanten Entwicklungen in der Informations- und Wissensgesellschaft.

"Durch eine Vielzahl von Angeboten im Internet wie Tageszeitungen, Suchmaschinen, Nachschlagewerke etc. scheint ein breiter kostenfreier Zugang zu Informationsquellen für alle zu bestehen", erklärt Dr. Christian Hasenhüttl, Leiter der Universitätsbibliothek der Montanuniversität. "Öffentliche Bibliotheken und Dokumentationsinstitutionen geben jedoch sehr hohe Beträge für den Erwerb von Spezial-Information aus. Die zunehmende Bedeutung von käuflichen Informationsquellen im Internet unterwirft die Informationsvermittler dem Preisdiktat und den strengen Zugangsrestriktionen von Verlagen, die in vielen Fachgebieten Monopolstellung haben."

Die 19 Universitätsbibliotheken in Österreich haben im Jahr 2008 Informationsträger um mehr als 33 Millionen Euro erworben, etwa 35 Prozent davon elektronische Medien wie elektronische Zeitschriften, E-Books und Datenbanken. "Für eine zeitgemäße Forschungstätigkeit sind diese elektronischen Informationsquellen unverzichtbar", betont Hasenhüttl: "Der Anteil dieser Ausgaben ist in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich um acht Prozent gewachsen, und die jährliche Preissteigerung dieser Medien liegt bei fünf bis sieben Prozent."

Bei der "ODOK 2010" stehen daher Fragen im Mittelpunkt, "die alle angehen", erklärt der Bibliotheksleiter: "Welche Rahmenbedingungen – gesetzliche, finanzielle, technische – sind nötig, damit staatlich finanzierter Wissenszuwachs auch öffentlich zugänglich wird? Wie gehen wir um mit dem Gegensatz zwischen Information als urheberrechtlich geschützter Ware und der demokratischen Forderung nach freiem Informationszugang für Bürger einer offenen (Wissens-)Gesellschaft? Wie können öffentliche Einrichtungen ein möglichst breites Angebot für notwendige Fachinformationen zur Verfügung stellen? Wie lange können sich die Universitäten wichtige Wissenszugänge im Internet leisten? Und welche Suchwerkzeuge können Informationsvermittler anbieten, um im schwer überschaubaren Datenangebot möglichst effizient die passende Information zu finden?"

Weitere Informationen:

Dr. Christian Hasenhüttl
Leiter Universitätsbibliothek und Archiv Montanuniversität Leoben
Tel.: 03842/402-7800
http://www.odok.at/2010/de