15.10.2012

Sorgenfalten an Österreichs „bester“ Universität

Große Sorgen bereiten die bevorstehenden Budgetverhandlungen für die Leistungsvereinbarung 2013 – 2015 den Verantwortlichen der Montanuniversität Leoben. „Die vorgeschlagenen Dotierungen treiben Österreichs technische Universitäten in den Ruin“, so Universitätsratsvorsitzender Dr. Hannes Androsch im Zuge der Uniratssitzung am 15. Oktober in Leoben.

Große Sorgen bereiten die bevorstehenden Budgetverhandlungen für die Leistungsvereinbarung 2013 – 2015 den Verantwortlichen der Montanuniversität Leoben. „Die vorgeschlagenen Dotierungen treiben Österreichs technische Universitäten in den Ruin“, so Universitätsratsvorsitzender Dr. Hannes Androsch im Zuge der Uniratssitzung am 15. Oktober in Leoben. 

„In verschiedensten Umfragen und Rankings sticht die Montanuniversität Leoben bereits seit Jahren unangefochten als Österreichs beste und beliebteste Universität hervor“, erklärt Androsch. „Daneben haben sich die Hörerzahlen in den letzten 10 Jahren nahezu verdoppelt (1818 Studierende im Oktober 2002 – 3490 im Oktober 2012) und bemerkenswert sind auch das Drittmittelaufkommen, das von 12,2 Millionen Euro im Jahre 2005 auf 24.8 Millionen im Jahre 2011 angestiegen ist, und die rasante Campusentwicklung, die das Stadtbild Leobens seit 2006 nachhaltig verändert hat“, so der Universitätsratsvorsitzende.

„Gerade in Hinblick auf diese außergewöhnlichen Leistungen der Montanuniversität ist das Budgetangebot des Wissenschaftsministeriums in den derzeit laufenden Verhandlungen über die Leistungsvereinbarungen für die Jahre 2013 bis 2015 absolut indiskutabel“, erläutert Androsch. Damit würden nicht einmal die Ist-Kosten abgedeckt, und wenn dies so weiter gehe, müsse man sogar im Personalbereich reduzieren. Nur den Status quo zu erhalten, wäre nach Ansicht von Montanuni-Rektor Wilfried Eichlseder schon ein massiver Rückschritt, aber mit dem vorliegenden Angebot schaffe man nicht einmal das. Die Konsequenz wäre ein Personalabbau, wobei es schon jetzt Aufnahmestopps bzw. Verzögerungen bei Neubesetzungen um mehrere Monate gebe. Zudem könnten viele Drittmittelprojekte nicht mehr abgewickelt werden. Auch die vom Ministerium anerkannte Notwendigkeit der Stärkung der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) findet im Budgetangebot keinen Niederschlag, so Eichlseder. So kann der bereits bestehende Mangel an technischem Nachwuchs und die geforderte Forschungsleistung nicht erfüllt werden und führt zu einer Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichsichen Wirtschaft.
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Die Entwicklung der Montanuniversität in den letzten Jahren

Rankings
Besonders beachtenswert erscheint in diesem Zusammenhang das „Quantitative Ranking of Engineering Disciplines“ (QRED) der Schweizer École polytechnique fédérale de Lausanne in dem die Montanuniversität im Bereich der Materialwissenschaften im weltweiten Vergleich auf Rang 7 rangiert. 
In einer vom Wochenmagazin „Format“ in Auftrag gegebenen Online-Umfrage unter 112 Personalchefs führender österreichischer Unternehmen wurde die Montanuniversität im Frühjahr 2012 zum bereits vierten Mal in Folge zur besten Hochschule Österreichs gekürt und Höchstnoten sowohl ihre Ausbildung als auch ihre künftigen Karrierechancen betreffend erhält die Montanuniversität zudem regelmäßig von ihren Studierenden. In der Umfrage „Trendence Graduate Barometer 2011“ drückten die angehenden Diplomingenieure ihre Zufriedenheit mit der Alma Mater Leobiensis in Zustimmungsraten bis zu 98,6 Prozent aus und blickten deutlich optimistischer in die Zukunft als ihre Kollegen anderer europäischer Universitäten. 

Studierendenzahlen
Höchst erfreulich ist die Entwicklung hinsichtlich der Hörerzahlen an der Montanuniversität. Zählte man nach Ende der Inskriptionsfrist des WS 2002/2003 1818 Studierende, so sind es per 15.10.2012 exakt 3490 junge Damen und Herren, die ein Studium in Leoben belegt haben. Der Damenanteil stieg in diesem Zeitraum von 20,4% im Oktober 2002 auf 24,3 Prozent.

Drittmittel
Die eingeworbenen Drittmittel haben sich von 2005 auf 2011 mehr als verdoppelt: Betrug die Gesamtsumme der Forschungsprojekte 2005 noch 12.213.386 Euro, so stieg diese bis 2011 auf 24.792.411 Euro an. 

Campus-Entwicklung
Bereits in den Jahren 2005/06 wurde das ehemalige Leobener Landesgericht zu einem „Roh- und Werkstoffzentrum“ (RWZ) für die Montanuniversität adaptiert. Das in Kooperation mit der SFG (Steirische Wirtschaftsförderung) neu gebaute „Impulszentrum für Werkstoffe“ (IZW) wurde im Herbst 2007 eröffnet. Mit der Errichtung des IZW konnten die verschiedenen Einrichtungen der Werkstoff-Kompetenzregion Mur-Mürz-Furche unter einem Dach vereinigt werden. 
Das Zentrum für Kunststofftechnik der Montanuniversität wurde nach 13-monatiger Umbauzeit im April 2010 eröffnet. Es umfasst auf acht Stockwerken sechs Universitätsinstitute auf einer Gesamtfläche von 6.597 Quadratmetern, davon 3.330 Quadratmeter Technikum und 1.400 Quadratmeter Büroflächen. Das Gebäude beherbergt nicht nur 309 Maschinen, sondern ist auch Arbeitsplatz für 105 Personen (Stand 2010). 
Mitten im Campus der Montanuniversität wurde im Mai 2011 schließlich nach einer Rekordbauzeit von nur einem Jahr das „Impulszentrum für Rohstoffe“ (IZR) eröffnet. Der insgesamt siebengeschoßige Bau nutzt das schmale Grundstück optimal und schafft auf einer Grundstücksfläche von nur 729 Quadratmetern exakt 3.358 Quadratmeter Geschoßfläche. 

Weitere Informationen:
Erhard Skupa
Tel.: +43 3842 402 7220
E-Mail:erhard.skupa[at]unileoben.ac.at

QRED-Ranking der École polytechnique fédérale de Lausanne