22.05.2001

Alternative Energiegewinnung

Studierende der Montanuniversität präsentierten das Ergebnis einer sehr praxisorientierten Lehrveranstaltung: eine Solaranlage am Dach der Uni.

Überaus praxisorientiert war das Ergebnis der Lehrveranstaltung "Projekt Nichtkonventionelle Energie". Mit einer Solaranlage am Dach ist die Montanuniversität Leoben ist die erste Uni in Österreich, die aus Alternativenergie gewonnenen Strom in das öffentliche Netz einspeist. Im Rahmen einer Präsentation stellten die Studierenden ihr Projekt "Sunpower I" der Öffentlichkeit vor.

"Eigentlich war alles anders geplant, nämlich lediglich eine Machbarkeitsstudie", meinte Prof. Dr. Helmut Weiß, Vorstand des Institutes für Elektrotechnik, an dessen Institut die Lehrveranstaltung stattfand. Das Vorhaben habe sich mit "Eigendynamik entwickelt", meinte auch Dipl.-Ing. Andreas Schmidhofer, der als einer der beiden Projektleiter das Studententeam betreute. Jetzt befindet sich am Dach der Leobener Universität eine Solaranlage mit zehn elektrisch in Serie geschalteten Modulen. In Summe kann diese Anlage eine maximale Leistung von 1200 Watt liefern. Mit Hilfe eines Wechselrichters gelingt die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz der STEWEAG, die bei der Realisierung behilflich war.

Die Anlage dient aber nicht nur der Stromgewinnung. Ein Datenerfassungssystem zeichnet alle relevanten Daten auf, um die Anlage technisch und wirtschaftlich untersuchen zu können. Auf diese Weise können Rückschlüsse für weitere Optimierungen und die Senkung der Kosten von Solaranlagen gewonnen werden. Neun Studenten und eine Studentin haben sich, so Weiß, "mit viel Energie der Energietechnik" gewidmet und sehr engagiert an der Umsetzung gearbeitet.

Die Kosten der Anlage belaufen sich rund 147.000 Schilling, wobei die Arbeitszeit der betreuenden Wissenschaftler, Techniker und jener der Studierenden nicht eingerechnet ist. Da die STEWEAG jede Kilowattstunde mit rund 5 Schilling fördert, amortisiert sich eine derartige Anlage in 25 Jahren bei einer jährlichen Stromerzeugung von ca. 1000 Kilowattstunden. Im Vordergrund dieser Anlage stehen aber nicht die wirtschaftlichen Erträge, sondern viel mehr wissenschaftliche Untersuchungen, um derartige alternative Möglichkeiten der Energiegewinnung zu verbessern.

Laufend aktualisierte Daten über die Solaranlage stehen im Internet unter www.unileoben.ac.at/~etechnik zur Verfügung.

Weitere Infos:

Institut für Elektrotechnik an der Montanuniversität Leoben, Dipl.-Ing. Oswald Drögsler,
Dipl.-Ing. Andreas Schmidhofer, Franz-Josef-Strasse 18, 8700 Leoben,
Tel.: 03842/402-311 und 317