22.12.2014

Erfolgreiches Nobelpreiskolloquium

Zum bereits achten Mal fand am 17. Dezember 2014 an der Montanuniversität ein Kolloquium zu den aktuellen Nobelpreisen in Physik und Chemie statt. Die vom Institut für Physik und dem Department Allgemeine, Analytische und Physikalische Chemie in der Aula organisierte Veranstaltung stieß auf großes Interesse.

v.l.n.r.: Univ.-Prof. Dr. Werner Sitte, Univ.-Prof. Dr. Thomas Klar, O.Univ.-Prof. Dr. Wolfhard Wegscheider, Prof. Dr. Henning Riechert, Ao.Univ.-Prof. Dr. Christian Teichert, Rektor Wilfried Eichlseder, Univ.-Prof. Dr. Oskar Paris

Der Nobelpreis für Physik 2014 wurde an drei japanische Wissenschaftler für die Entwicklung blauer Leuchtdioden, die helle und energiesparende weiße Lichtquellen ermöglichen, verliehen. Mit Prof. Dr. Henning Riechert, Direktor des Paul Drude Instituts für Festkörperphysik, Berlin, konnte der Entwickler der ersten blauen Leuchtdiode (LED) in Europa (1996 bei der Siemens AG) als Sprecher gewonnen werden. Unter dem Titel "Galliumnitrid LED - die Beleuchtung des 21. Jahrhunderts" machte er nicht nur die zugrunde liegende Halbleiter- und Materialphysik sowie die durch die drei Preisträger zu überwindenden technologischen Schwierigkeiten verständlich, sondern demonstrierte auch den gegenwärtigen Stand der Technik, die Physiologie des Sehens und letztlich das enorme Einsparungspotenzial der LED-Technologie.

Der Nobelpreis für Chemie 2014 wurde an zwei amerikanische und einen deutschen Wissenschaftler für verschiedene Entwicklungen der superauflösenden Fluoreszenzmikroskopie verliehen. Der Vortragende zu dieser Thematik, Univ.-Prof. Dr. Thomas Klar vom Institut für Angewandte Physik der Johannes Kepler Universität Linz, war als Doktorand des frischgekürten Nobelpreisträgers Stefan W. Hell am Max Planck Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen entscheidend an den prämierten Forschungsleistungen beteiligt. In seinem Vortrag "Mikroskopieren, besser als Abbe erlaubt" demonstrierte er den Denkansatz seines Doktorvaters, der das 120 Jahre alte Gesetz zur Auflösungsgrenze der optischen Mikroskopie kritisch hinterfragt hatte. Mit der daraus entstandenen Fluoreszenzmikroskopie ist nicht nur die Auflösung weit unterhalb der Wellenlänge des verwendeten Lichts, sondern auch die Herstellung von dreidimensionalen Nanostrukturen z. B. in Polymeren möglich.

Weitere Informationen:

Ao.Univ.-Prof. Dr. Christian Teichert, Institut für Physik
Tel.: +43 3842 402-4663
E-Mail: teichert(at)unileoben.ac.at

O.Univ.-Prof. Dr. Wolfhard Wegscheider, Lehrstuhl für Allgemeine und Analytische Chemie
Tel.: +43 3842 402-1201
E-Mail: allgchem(at)unileoben.ac.at