04.03.2016

TU-Frauenpreis 2016 an Prof. Clara Schuecker

Um das Klischee der „Männerdomäne Technik“ aufzubrechen, hat sich die Technische Universität Wien 2015 entschieden, mit dem Frauenpreis erfolgreiche Role Models vor den Vorhang zu holen. Mit Clara Schuecker, Professorin an der Montanuniversität Leoben, ehrte die TU Wien am 3. März 2016 zum zweiten Mal eine Absolventin, deren Berufsbiografie Schülerinnen und Studentinnen in ihrer Berufsplanung inspiriert und die ein greifbares Vorbild ist.

v.l.: TU Wien-Vizerektorin Anna Steiger, TU-Frauenpreisträgerin Prof. Clara Schuecker, TU Wien-Rektorin Sabine Seidler

Das öffentliche Bild der TU Wien bzw. der Technik allgemein ist noch immer geprägt vom Klischee der „Männerdomäne“. „Wir wollen dieses Bild durchbrechen und jungen Frauen greifbare Vorbilder liefern. Erfolgreiche Frauen im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich gibt es genug. Wir holen unsere Absolventinnen vor den Vorhang, um sie als Role Models sichtbar zu machen. Genau diese Frauen bzw. ihre Karrieren sind greifbare Vorbilder," erläutert Anna Steiger, Vizerektorin für Personal und Gender zur Intention des TU-Frauenpreises.

Chancengleichheit und die Schaffung von positiven und karrierefördernden Bedingungen für Frauen sind zentrales Anliegen der TU Wien. Dennoch steigt der Frauenanteil bei Studierenden nur langsam. Sowohl der TU Wien als auch in Folge den Unternehmen entgeht somit viel Potenzial junger Frauen. Nicht weniger als ein Kulturwandel ist notwendig, um das überholte Bild der „männlichen Technik“ endgültig zu begraben. Diesen Wandel voranzutreiben und ein realistisches Bild des Bereichs zu etablieren, sieht die TU Wien als gesellschaftlichen Auftrag.

Preisträgerin Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Clara Schuecker

Der zweite TU-Frauenpreis geht an Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Clara Schuecker, Leiterin des Lehrstuhls für Konstruieren in Kunst- und Verbundstoffen an der Montanuniversität Leoben. Diplom- und Doktoratsstudium Maschinenbau absolvierte sie an der TU Wien, unterbrochen von einer Forschungsassistenz an der Syracuse University, NY, USA. Nach Studienabschluss folgten Forschungsstellen an der TU Wien und dem NASA Langley Research Center, VA, USA. Nach Jahren im Forschungsbetrieb folgte die Gründung eines eigenen Ingenieurbüros in Wien, bis 2014 der Ruf als Professorin an die Montanuniversität Leoben erging. Als herausragende Expertin in ihrem Fachgebiet, die sich sowohl im akademischen als auch im wirtschaftlichen Umfeld bewährt hat, ist Schuecker eine verdiente Preisträgerin des TU Wien Frauenpreises.

„Der Preis ist eine freudige, wenn auch unerwartete Auszeichnung für mich. Wie meine Laufbahn zeigt, findet man mit einem TU Studium auch ohne vorhergehende HTL-Ausbildung ausgezeichnete Karrieremöglichkeiten im technischen Bereich vor, und es würde mich freuen, wenn dadurch junge Menschen motiviert werden, sich vermehrt auch ohne spezifische Vorbildung an ein technisches Studium zu wagen“, kommentiert die Preisträgerin.

Der Frauenpreis der Technischen Universität Wien

Seit 2015 zeichnet die TU Wien Absolventinnen aus, die in ihrem Berufsleben Projekte und Aufgaben durchgeführt haben, die von besonderer gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und/oder wissenschaftlicher Relevanz sind. Die Karriereoptionen eines technisch-naturwissenschaftlichen Studiums werden durch die individuellen Berufsbiografien greifbar. Die nominierten Frauen geben Berufsbildern ein Gesicht und sind Inspiration für die eigene Berufsplanung von Schülerinnen und Studentinnen.

Die Preisträgerin wurde von einer hochkarätigen Jury aus Politik und Wirtschaft – Marion Gebhardt, Leiterin MA57, Petra Gregorits, Vorsitzende „Frauen in der Wirtschaft“, Georg Kapsch, Präsident Industriellenvereinigung, Anna Steiger, TU-Vizerektorin für Personal und Gender – ausgewählt. Die Preis-Skulptur stammt von Helene Schauer, Architekturstudentin an der TU Wien.

Weitere Informationen:
Dipl.-Ing. Dr. Brigitte Ratzer
Abteilung Genderkompetenz
Technische Universität Wien
Tel.: +43 1 58801-43400
E-Mail: brigitte.ratzer(at)tuwien.ac.at