27.06.2003

Semesterschluss im Zeichen der Budgetnot

Auf die schwierige Budgetsituation der Montanuniversität Leoben ging Rektor Wolfgang Pöhl anlässlich der Akademischen Feier ein.

Die feierliche Graduierung und Promotion von 63 Diplomingenieuren und zehn Doktoranden bei der letzten Akademischen Feier dieses Studienjahres nahm Rektor Dr. Wolfgang Pöhl zum Anlass, auf die dramatische Budgetsituation hinzuweisen.

"Man kann heute schon sagen", so Pöhl, "dass das von der Regierung zugeteilte Budget für viele Universitäten drastische Auswirkungen haben wird und diese gezwungen sind, Investitionsmittel zur Abdeckung von Personalkosten zu verwenden."

Allein die Umsetzung des Universitätsgesetzes 2002 verursache Schwierigkeiten "in einer Zeit, wo der Gesetzgeber notwendige finanzielle Unterstützung unterlassen hat". Bisher seien die Universitäten davon ausgegangen, dass "sämtliche Kosten der Umsetzung und der zusätzlichen Aufwendungen für eine neue Organisation Berücksichtigung finden". Die sei der Grund für die Bereitschaft der Unis zur raschen Umsetzung des neuen Gesetzes gewesen. Mit dem voraussichtlichen Budget für 2003 falle die Montanuniversität auf das sehr niedrige Niveau vom Jahr 2000 zurück.

Es fehlen drei Millionen Euro 

Auch die Studiengebühren, zur Verbesserung der Infrastruktur für Studierende gedacht, kommen nicht den Universitäten zugute. Für die Montanuniversität bedeute das, dass der Budgetanteil der Personalkosten von 64 auf 80 Prozent steigen werden. Insgesamt fehlen der Montanuniversität heuer drei Millionen Euro. Das habe die Montanuniversität auch veranlasst, "den Entwicklungspfad zu stoppen". 

Seit dem Jahr 2001, als sich die Montanuni zu einer Wachstumsstrategie bekannte, habe man dem Ministerium ein darauf aufgebautes Fünf-Jahres-Budget vorgelegt. Ziel sei gewesen, "durch gesteigerte Leistungen, verstärkte Internationalität und ein klares Profil den Standort der Universität zu festigen". Als das Ministerium die Universitäten zu einer Profilierung aufforderte, konnte die Montanuniversität eine Strategie vorweisen, aus der ein klares Profil hervorging. "Dieses fand zwar Anklang, aber außer lobenden Worten und ein Händeklatschen waren keine weiteren Zuwendungen zu erwarten."

Sorge um Nachwuchs 

Neben der dramatischen Finanzsituation mache das "schon generell kleine Potenzial an Studierenden der Natur- und Ingenieurwissenschaften" Sorgen. Diese müsse vermehrt mit den Fachhochschulen geteilt werden. 

Die Montanuniversität müsse sich daher in ihrer Attraktivität stets weiter entwickeln. Rektor Pöhl bleibt optimistisch: "Es wäre nicht die Montanuniversität, würden zu diesen besorgniserregenden Entwicklungen keine Antworten gefunden werden. Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber unseren Studierenden und der Gesellschaft bewusst und werden uns auch von unserem Erfolgskurs nicht abbringen lassen."