03.09.2018

Spin - off Fellowship geht an die Montanuniversität

Die Montanuniversität Leoben erhielt den Zuschlag für ein neues FFG-Programm. Projekt-Verantwortliche sind Dipl.-Ing. Daniel Schwabl (er kommt ursprünglich vom Lehrstuhl für Aufbereitung und Veredlung) und Dr. Markus Bauer mit Unterstützung des Lehrstuhlleiters Univ.-Prof. Dr.-Ing. Markus Lehner vom Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes. Im Rahmen der ersten Ausschreibung dieses neuen Programmes „Spin-off Fellowship“ war ihr Projekt „ZKS (Zentrifugalkraftscheider)-Trenntechnik“ erfolgreich. Als eines von acht Spin-off Fellowships österreichweit, die aus 35 Anträgen hervorgegangen sind, sollen wissenschaftliche Ergebnisse in Form einer Unternehmensgründung verwertbar gemacht werden.

Dipl.-Ing. Daniel Schwabl (li.) und Dr. Markus Bauer vor der Anlage (Copyright: Montanuniversität Leoben)

Wie kann man effizient trennen?
Industrieunternehmen sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen, um aus gemischten Abfallfraktionen Altkunststoffe zurückzugewinnen. Die bereits beschlossenen, erhöhten EU- Recyclingquoten für Kunststoffe (von 30 Prozent 2018 auf 50 Prozent bis 2025 bei Verpackungen) steigern die Nachfrage nach Technologien, die ungenutzte Kunststoffpotenziale für eine Kreislaufführung erschließen und somit einen wertvollen Beitrag zur effizienten Ressourcennutzung leisten. „Dies war auch der Ansatzpunkt für die Entwicklung der Technologie im Rahmen des Research Studios Austria „Plastic Reborn“, in dessen Rahmen die Erprobung in einer Pilotanlage bis zum Technology Readiness Level (TRL) 4-5 vorangetrieben wurde“, erläutert Dr. Markus Bauer.
Die ZKS-Trenntechnik steht für ein robustes, kompaktes und effizientes Anlagenkonzept zur nassen Dichtetrennung, insbesondere von Altkunststoffen aus gemischten Abfallfraktionen. Dabei macht man sich zunutze, dass Partikel unterschiedlichen Materials auch unterschiedliche spezifische Gewichte (Dichten) wie auch diverse Kunststoffe aufweisen. Daher können sie in Wasser bzw. wässrigen Lösungen unter Einwirkung eines Kraftfeldes (z.B. Gravitationsfeld) durch Aufschwimmen oder Absinken getrennt werden.
Als nächster Schritt soll die Technologie nun durch die Förderung Spin-off Fellowship bis zur Marktreife durch detaillierte Auslegung einer mobilen Demonstrationsanlage (Vorbereitung TRL 7) geführt und durch die Erarbeitung gründungsrelevanter Kompetenzen die Verwertung in einem Unternehmen vorbereitet werden. „Ziel des neuen Systems soll es sein, beim Recycling von Kunststoffen weniger Verluste zu haben und somit die Effizienz zu steigern“, fasst Bauer zusammen.


Das neue Förderprogramm
Das noch junge Förderprogramm „Spin-off Fellowship“ unterstützt Forscherinnen und Forscher mit innovativen Ideen und Unternehmergeist in Richtung Ausgründung. Mit diesem neuen Programm setzt das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) in Kooperation mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) frühzeitig an Hochschulen und Forschungseinrichtungen Impulse, um das Umfeld für zukünftige Spin-offs entscheidend zu verbessern.


Weitere Informationen
Dr. Markus Bauer
Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes
E-Mail: markus.bauer@unileoben.ac.at, Tel.: 03842/402-5019