21.10.2004

Gedenken an Aluminium-Erfinder

Anlässlich des 100. Todestages des großen österreichischen Erfinders Dr. Carl Josef Bayer lud die Montanuniversität Leoben zu einer Vortragsveranstaltung in der Aula ein.

Zur Vortragsveranstaltung anlässlich des 100. Todestages von Carl Josef Bayer kamen nicht nur namhafte Wissenschafter wie Dr. Peter Paschen oder Klaus Bielfeldt, sondern vor allem auch zahlreiche Familienmitglieder. Einige Enkel, Urenkel und Großneffen gedachten ihres großen Vorfahren.

E inblicke ins Familienleben 

Ökonomierat Herbert Bayer, ein Großneffe des Geehrten, gewährte spannende und zugleich auch amüsante Einblicke in das Familienleben des Erfinders. In seinem Vortrag „Familie und Wissenschaft“ veranschaulichte er bildhaft das familiäre Umfeld des Erfinders. Geboren 1847 in Bielsko (Polen), studierte er zuerst in Heidelberg Architektur, später Naturwissenschaften. Beruflich verschlug es ihn anschließend nach St. Petersburg, wo er an der Aluminiumgewinnung forschte. 1887 und 1892 stellte das Kaiserliche Patentamt Patente über den Aufschluss von Bauxit mit Natronlauge aus. Damit war das sogenannte „Bayer-Verfahren“ geboren. In St. Petersburg lernte er auch seine Frau Alma kennen, mit der er kurz darauf in die Vereinigten Staaten ging. Bayer erfuhr wie so viele seiner Kollegen ein „typisch-österreichisches“ Forscherschicksal: in der Heimat kaum beachtet, wurde er im Ausland hoch geschätzt. 1896 ließ er sich mir seiner Familie in Rietzdorf (heutiges Slowenien) nieder, wo er eine große Aluminiumfabrik baute. Bayer starb plötzlich im Jahr 1904. 

Durchbruch erst nach seinem Tod 

Der großindustrielle Einsatz des Bayer-Verfahrens erfolgte erst nach seinem Tod. Die erste österreichische Tonerdefabrik wurde erst 1906 in Laibach errichtet. Noch heute wird das Aluminiumoxid in den Hütten der ganzen Welt ausschließlich nach diesem Verfahren hergestellt und ist Ausgangspunkt von ca. 25 Millionen Tonnen Aluminium pro Jahr, das in den unterschiedlichsten Anwendungen aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken ist.

Kontakt: 

Univ.-Prof.Dr. Helmut Antrekowitsch 
Tel.: 03842/402-5200 
antrekow(at)unileoben.ac.at