Energieforschung an der MUL

Im Rahmen einer Erhebung energierelevanter Forschungsprojekte der letzten fünf Jahre an Lehrstühlen und COMET-Zentren mit Nähe zur MUL konnten insgesamt mehr als 160 Projekte identifiziert werden. Dabei sind in diesen Projekten Personen in der Größenordnung von mehr als 150 Vollzeitäquivalenten beschäftigt, wobei insgesamt das Fördervolumen etwa 50 Mio. € bzw. das Projektvolumen etwa 80 Mio. € betragen.

In der folgenden Abbildung ist deutlich zu sehen, wo die Schwerpunkte im Energiebereich an der Montanuniversität Leoben liegen. Die größten Stärken liegen im Bereich der Materialentwicklung für chemische und elektrische Energiespeicher, gefolgt vom Forschungsfeld für industrielle Prozessentwicklung. Weitere Stärken liegen beispielswiese in den Bereichen Netze für Strom, Gas und Wasserstoff, Demand Side Management und Effizienzsteigerung in der Industrie, der Prozessoptimierung und in der Konversion und Speicherung von grünen Energieträgern.

© Hammer/CoE: Energy

Schwerpunkte von ausgewählten Lehrstühlen im Bereich der Energietechnik

Energieverbundtechnik: Im Arbeitsfeld Multi Energy Systems (MES) beschäftigt man sich mit integrierten, hybriden Energienetzen, die im zukünftigen Energiesystem mit gekoppelten energiewirtschaftlichen Sektoren an Bedeutung gewinnen werden. Im Arbeitsfeld Industrial Energy Systems liegt der Fokus auf der Optimierung industrieller Energiesysteme mit dem Ziel, diese im Kontext der Klimaneutralität zu transformieren.

Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes: Die Zielsetzung des Forschungsbereiches Energieverfahrenstechnik ist die Integration erneuerbarer Energie in industrielle Produktionsprozesse, die Nutzung von CO2 als Rohstoff, sowie die Entwicklung energieverfahrenstechnischer Prozesse zur Schließung von Stoffkreisläufen. In der Arbeitsgruppe Renewable Materials Processing widmet man sich der Konversion biogener Materialen in erneuerbare Rohstoffe.

Thermoprozesstechnik: Die Arbeitsgruppe Hochtemperaturprozesstechnik beschäftigt sich mit konkreten metallurgischen und verfahrenstechnischen Problemstellungen bei Temperaturen über 1000 °C. Ein wesentlicher Fokus liegt dabei auf der energieintensiven Industrie (Eisen- & Stahlindustrie, Zementindustrie, Glasindustrie und mehr). Dabei werden die Projekte oftmals von der theoretischen Annahme (mathematischer Modellierung und Simulation) über die Umsetzung im Labormaßstab bis zur industriellen Pilotanlage begleitet.

Physikalische Chemie: Die Schwerpunkte liegen auf Funktionskeramiken für Festoxid-Brennstoffzellen (SOFCs), Festoxid-Elektrolysezellen (SOECs) und katalytische Prozesse auf heterogenen Katalysatoroberflächen im Bereich erneuerbarer Energien bzw. der chemischen Energiespeicherung und -umwandlung. Zu den grundlegenden Fragestellungen gehören Materialdesign, Massen- und Ladungstransporteigenschaften, Elektrochemie und Degradationsmechanismen von SOFCs und SOECs. 

Allgemeine und Analytische Chemie: Die Arbeitsgruppe Korrosion beschäftigt sich mit Grundlagenforschung und technologischer Entwicklungen auf dem Gebiet der chemischen und mechanischen Korrosion für das vertiefte Verständnis der Korrosionsmechanismen. Die Forschung hat einen starken Einfluss auf die Entwicklung von Materialien mit verbesserten Korrosionseigenschaften, was vor allem in den Bereichen Transport und Speicherung von Wasserstoff und CO2 von großer Bedeutung ist.

Eisen- und Stahlmetallurgie: Die Arbeitsgruppe Metallurgical RedOx Processes beschäftigt sich mit der Untersuchung und Weiterentwicklung von Verfahren zur Eisen- und Stahlherstellung. Im Fokus der Forschung steht dabei die Reduktion von Treibhausgasemissionen sowohl in herkömmlichen Prozessrouten als auch die Entwicklung neuer CO2-armer Verfahren.

Metallkunde: Die Arbeitsgruppe Computational Materials Science beschäftigt sich mit computergestützter Werkstoffmodellierung mit dem Augenmerk auf der Modellierung kristallographischer Phasen von Metallen, intermetallischen Phasen oder Ausscheidungen und der Modellierung von Nanostrukturen. Die Arbeitsgruppe Advanced Steels arbeitet an der Entwicklung und Optimierung von Hochleistungsstählen. Ziel ist in beiden Fällen die Entwicklung von neuen Werkstoffen und Stählen für den Energie- und Transportbereich, um Energieeffizienzen steigern zu können.

Reservoir Engineering: Der Aufgabenbereiche des Lehrstuhles Reservoir Engineering sind Geothermie, die geologische Wasserstoffspeicherung und Wasserstoff-Methanisierung im geologischen Untergrund, die geologische CO2-Speicherung für die Dekarbonisierung von hard-to-abate Emissionen von Industrien und die Optimierung der Ölförderung.