2. CAE-Konferenz an der Montanuniversität Leoben

Montanuniversität Leoben und BVÖ vernetzen internationale Fachleute für digitale Partikeltechnik: Drei Tage, rund 130 Teilnehmende und mehr als 20 vertretene Nationen. Die zweite CAE-Konferenz und die anschließenden ON-DEM-Workshops brachten internationale Expertise aus Wissenschaft und Industrie an der Montanuniversität Leoben zusammen. Im Mittelpunkt standen digitale Werkzeuge für die effiziente Verarbeitung von Rohstoffen und anderen partikulären Materialien.

Ob Sand, Frühstücksmüsli oder Holzpellets: Materialien aus einzelnen Körnern und Partikeln begleiten unseren Alltag. Sie bilden die Grundlage zahlreicher Lebensmittel, Baustoffe und Industrieprodukte. Auch unser täglicher Abfall besteht aus unterschiedlichsten Bestandteilen, die für das Recycling getrennt und verarbeitet werden müssen. In der Rohstofftechnik spielen etwa Erze und Metallpulver eine zentrale Rolle. Wie sich all diese Materialien fördern, sortieren, mischen oder zerkleinern lassen, hängt wesentlich vom Verhalten ihrer einzelnen Partikel ab. Was alltäglich erscheint, stellt Forschung und Industrie vor komplexe Aufgaben – mit unmittelbaren Auswirkungen auf Produktqualität, Energieverbrauch und Anlagenverschleiß.

Diesen Fragen widmete sich die dreitägige Veranstaltung vom 30. September bis zum 2. Oktober 2026 in Leoben. Die vom Lehrstuhl für Aufbereitung und Veredlung an der Montanuniversität Leoben gemeinsam mit dem Bergmännischen Verband Österreichs (BVÖ) veranstaltete zweite Konferenz zu „Computer-Aided Engineering in Raw Material Processing and Particle Technology“ verband aktuelle Forschung mit konkreten industriellen Anwendungen. CAE – Computer-Aided Engineering – bezeichnet den Einsatz computergestützter Methoden für ingenieurtechnische Aufgaben. Simulationen ermöglichen es etwa, das Zusammenspiel unzähliger Partikel virtuell abzubilden und Maschinen bereits vor dem Bau zu untersuchen und zu verbessern.

Zwölf Fachvorträge und eine begleitende Posterausstellung zeigten die Bandbreite dieser Möglichkeiten: von der Entleerung großer Schüttgutsäcke über die Echtzeit-Erfassung von Partikeln in Industrieprozessen bis hin zur Eisenherstellung. Digitale Zwillinge und künstliche Intelligenz eröffnen zusätzliche Wege, Prozesse besser zu verstehen und gezielt zu optimieren.

Die anschließenden Workshops des europäischen Forschungsnetzwerks ON-DEM vertieften den Austausch. Das Veranstaltungsformat verbindet damit das Teilen neuer Erkenntnisse mit der gemeinsamen Weiterentwicklung der digitalen Partikeltechnik.

Über die drei Tage kamen rund 130 Teilnehmende aus mehr als 20 Nationen zusammen. Vertreten waren mehr als 40 Hochschulenund Forschungseinrichtungen sowie zahlreiche Unternehmen. Die internationale Beteiligung verdeutlicht die weltweite Bedeutung des Fachgebiets. Zugleich zeigt sie den gemeinschaftlichen Ansatz: zusammen an Lösungen arbeiten, Methoden verbessern und Verbindungen zwischen Forschung und industrieller Praxis schaffen und stärken.

Organisator Dr. Eric Fimbinger erklärt: „Die Partikel in unseren Simulationen sind virtuell, die Wirkung besserer Prozesse ist real: Wir können Maschinen gezielter entwickeln, Verschleiß verringern, Energie und Ressourcen effizienter nutzen – und damit einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Industrie leisten. Wenn wir beispielsweise unterschiedliche Bauformen und Betriebsweisen einer geplanten Anlage zunächst am Computer prüfen, können wir nicht nur ihren späteren Betrieb optimieren, sondern bereits in der Entwicklung den Aufwand für den Bau und die Erprobung aufwendiger Prototypen reduzieren. Der enge Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie hilft uns, diese Möglichkeiten in die Praxis zu bringen.“ 

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Konferenz Webseite: cae.unileoben.ac.at

Kontakt
Dipl.-Ing. Dr.mont. Eric Fimbinger 
Lehrstuhl für Aufbereitung und Veredlung
Montanuniversität Leoben 
E-Mail: eric.fimbinger(at)unileoben.ac.at

Die Konferenz-Redner. Foto: © Wolfram Waldl; ed. Eric Fimbinger

Die Teilnehmenden der 2. CAE-Konferenz. Foto: © MUL/ Eric Fimbinger

Die Teilnehmer*innen des EU-ON-DEM-Workshops. Foto: © Adrian Priceputu; ed. Eric Fimbinger

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