Prämiert wurde die Publikation „Effect of long-term aging and Cu addition on clustering, strength and strain hardening in Al-Mg-Zn-(Cu) crossover alloys“, die im Zuge der Forschungsarbeiten im Christian Doppler Labor für fortgeschrittene Aluminiumlegierungen an der Montanuniversität Leoben entstanden und im internationalen Fachjournal Materials & Design publiziert wurde. Inhaltlich beschäftigt sie sich mit sogenannten Aluminium-Crossover-Legierungen, also Legierungskonzepten, die Eigenschaftsprofile unterschiedlicher, klassischer Aluminiumlegierungsklassen gezielt miteinander verbinden. Im konkreten Fall steht die Kombination aus hoher Festigkeit und guter Verformbarkeit im Vordergrund.
Im Zentrum der ausgezeichneten Arbeit steht die gezielte Steuerung feinster Strukturen im Nanometerbereich. Mithilfe der Atomsondentomographie und Transmissionselektronenmikroskopie wurde untersucht, wie Kupfer die Bildung, Zusammensetzung und Verteilung nanoskaliger Cluster und Ausscheidungen in Al-Mg-Zn-(Cu)-Legierungen beeinflusst. Diese Strukturen bestimmen wesentlich, wie sich der Werkstoff verfestigt und während der Verformung verhält. Besonders bemerkenswert ist, dass Festigkeiten erreicht wurden, die mit klassischen Wärmebehandlungszuständen vergleichbar sind, während die Dehnungswerte deutlich darüber liegen. Die Arbeit macht deutlich, wie ein tiefes Verständnis der Mikrostruktur genutzt werden kann, um Aluminiumlegierungen nicht nur fester, sondern zugleich besser verformbar zu machen.
Mit der Auszeichnung wird eine Forschungsarbeit gewürdigt, die Grundlagenverständnis, hochauflösende Charakterisierung und industrielle Fragestellungen in der Aluminiumtechnologie miteinander verbindet und damit beispielhaft für die enge Zusammenarbeit zwischen universitärer Forschung und industrieller Werkstoffentwicklung steht.

