Auf zwei Rädern zum Erfolg

Studierende der Montanuniversität nahmen bei der internationalen Rennserie „MotoStudent“ mit einem selbst konstruierten und gebauten Motorrad-Prototypen teil. In ihrer Kategorie mussten sich die Studierenden mit 30 anderen Teams messen, darunter einige Uni-Teams mit langer und erfolgreicher Rennsporterfahrung. Umso eindrucksvoller wirkt der erzielte 2. Platz, wenn man bedenkt, dass die Montanuniversität das erste Mal, als erstes und einziges österreichisches Team, teilnahm. Das Projekt ist nicht nur für motorsportbegeisterte Studierende eine Herausforderung, sondern stellt auch die effiziente und nachhaltige Verwendung von Roh- und Werkstoffen in den Mittelpunkt.

Vor fast zwei Jahren schloss sich eine Gruppe begeisterter Studierender verschiedenster Studienrichtungen rund um Teamleiter Michael Tittler zusammen und fasste den Entschluss, bei „MotoStudent“ teilzunehmen. Nach unzähligen Arbeitsstunden am Schreibtisch und in der Werkstatt wurde das Bike in Leoben gebaut und schließlich nach Alcañiz (Spanien) transportiert, wo der Abschlussbewerb stattfand.
In diesem mit viel Spannung erwarteten Bewerb konnte das Leobener Team den hervorragenden zweiten Platz der Gesamtwertung erringen. Dazu gab es als Draufgabe auch den Preis des besten Newcomer-Teams sowie den dritten Platz in der Race-Wertung. Ein wahrer Pokal-Regen für die Leobener Studierenden!
 

MotoStudent

Der internationale MotoStudent-Wettbewerb ist eine aufregende Herausforderung, die Studententeams vorrangig aus Spanien und Italien, aber auch Deutschland, Kanada, Brasilien oder Indien dazu anregt, ihr akademisches Wissen in einem praktischen Umfeld anzuwenden, indem sie einen echten Rennmotorrad-Prototypen entwerfen, entwickeln und herstellen. Der finale Wettkampf findet schließlich im Motorland Aragón statt, bei dem die Rennfahrer mit den Motorrädern mit bis zu 200 Stundenkilometer um die begehrten Trophäen kämpfen.
 

Montan Factory Racing

Das Leobener Rennteam mit dem Namen „Montan Factory Racing“ besteht aus 13 Studierenden, die meisten aus dem Fach Maschinenbau. Das Team punktete mit seinem Motorrad besonders in den Kernkompetenzen der Montanuni: Leichtbau resultierend aus einem umfangreichen Werkstoffverständnis und einer maschinenbaulich ausgeklügelten Konstruktion.

Die vordere Gabel des Motorrads zum Beispiel wurde von den Studierenden einstellbar in ihrem Winkel konstruiert. Somit kann das Fahrverhalten innerhalb kürzester Zeit optimiert werden, was die Jury schon in ihrer ersten Begutachtung überzeugte. Die Verwendung von additiv gefertigten Aluminiumteilen, hergestellt an der Montanuniversität, sorgten für weitere Aufmerksamkeit rund um das Montan Factory Racing-Bike. Die sicherheitskonforme Verwendung dieser 3D-gedruckten Teile wurde vorschriftsgemäß von den Studierenden in zahlreichen Versuchen im Betriebsfestigkeitslabor an der Montanuni nachgewiesen.

Am Schluss der Bemühungen steht ein vollwertiges Rennmotorrad, welches mit seinen 98 Kilogramm ein echtes Leichtgewicht ist und auf eindrucksvolle Weise zeigt, wie man die vorgegebene Motorleistung möglichst effizient und nachhaltig auf den Asphalt bringt.
 

Benefit für die Studierenden

„Für die Studierenden ist das ein einzigartiges Erlebnis. Der Lerneffekt während des Projekts bei der regelkonformen Auslegung, Konstruktion und Fertigung des Motorrads sowie bei Organisation, Management und Teamarbeit ist unvergleichlich. Meiner Meinung nach ist das ein Riesenlerneffekt, welcher selten so im Hörsaal durchgeführt werden kann“, ist Dr. Michael Pusterhofer vom Lehrstuhl für Allgemeinen Maschinenbau und Universitätskoordinator für „Montan Factory Racing“ überzeugt.
 

Weitere Informationen

Dr. Michael Pusterhofer
Lehrstuhl für Allgemeinen Maschinenbau
Montanuniversität Leoben
E-Mail: michael.pusterhofer(at)unileoben.ac.at
Telefon: +43 3842 402 1467

Gruppenfoto vom Racing-Team mit dem Rennmotorrad im Foyer des Studierendenzentrums an der Montanuniversität Leoben.

Das erfolgreiche Racing-Team bei der Präsentation auf der Uni (Foto: Montanuni)

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