Building Bridges: Montanuni Leoben baut Brücken in Südafrika

Montanuniversität Leoben baut Brücken zwischen Österreich und Südafrika in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik : Unter dem Motto „Building Bridges – The Future of Africa and Europe“ fand vom 5. bis 7. Oktober in Johannesburg, Südafrika, ein internationales Forschungssymposium zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Österreich und Südafrika statt. Maßgeblich an der Organisation beteiligt waren die Montanuniversität Leoben, die University of the Witwatersrand, die Europäische Hochschulallianz EURECA-PRO sowie die AfriSMAT-Allianz.

Brücken bauen, voneinander lernen sowie gemeinsame Projekte entwickeln und umsetzen – diese Themen standen im Zentrum der „Building Bridges“-Initiative. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft sowie der österreichischen Außen-, Bildungs- und Finanzministerien nutzten die Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch und Dialog. Für die österreichische Botschafterin in Südafrika, Romana Königsbrun, ein wichtiger Schritt, um die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter zu vertiefen: „Initiativen wie ‚Building Bridges‘ bieten eine wertvolle Plattform für den Austausch auf unterschiedlichen Ebenen. Österreich und Südafrika verbinden nicht nur gemeinsame Werte, sondern auch der gemeinsame Wille, an einer nachhaltigen Zukunft zu arbeiten und neue Wege der Zusammenarbeit zu beschreiten. ‚Building Bridges‘ schafft dafür wichtige Verbindungen und zeigt, wie aus Dialog konkrete Projekte und langfristige Partnerschaften entstehen können.“  

Wissenschaft als Fundament   

Ein wesentliches Element der Initiative war neben den Bereichen Governance und Economy die Project-Building-Phase. Im Fokus stand dabei die Entwicklung konkreter gemeinsamer Projekte in den Bereichen Mining, Energy und Materials sowie die Anbahnung neuer internationaler Kooperationen. Insgesamt war die Montanuniversität Leoben mit einer 18-köpfigen Delegation vertreten und nahm insbesondere in dieser Phase eine zentrale Rolle ein. Im direkten Austausch mit Forscherinnen und Forschern der University of the Witwatersrand und weiteren afrikanischen Partnerinstitutionen wurden gemeinsame Forschungsinteressen ausgelotet und konkrete Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschungsprojekte und Kooperationen entwickelt:  

„Das Symposium hat nicht nur den Austausch zwischen österreichischen und afrikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglicht, sondern zugleich neue Perspektiven für eine langfristige Zusammenarbeit eröffnet. Besonders freut uns, dass wir mit der University of the Witwatersrand einen starken und verlässlichen Partner gewinnen konnten, mit dem wir auch künftig eng zusammenarbeiten möchten. Ein besonderer Meilenstein war die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding für gemeinsame Forschungsaktivitäten und den Studierendenaustausch. Im Fokus stehen dabei zentrale Zukunftsthemen wie kritische Rohstoffe, neue Materialien und Energie“, freut sich Thomas Prohaska, Vizerektor der Montanuniversität Leoben.  

Auch Rodney Genga, Associate Professor für Materials Science and Manufacturing Engineering an der University of the Witwatersrand und Leiter der AfriSMAT Alliance, hob die im Rahmen der Initiative erzielten Fortschritte hervor und unterstrich die Bedeutung der interkontinentalen Zusammenarbeit, um wichtige technologische Zukunftsfragen erfolgreich zu meistern: „Wir leben in einer Zeit tiefgreifender technologischer Veränderungen, deren Herausforderungen wir nur gemeinsam bewältigen können. Afrika verfügt über wichtige Rohstoffe, vielversprechende Nachwuchstalente und Expertise, Europa über umfangreiches Know-how und technologische Kompetenz. Das Symposium war ein erster wichtiger Schritt, diese Stärken miteinander zu verbinden und gemeinsam zukunftsweisende und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.“  

Die Bedeutung des Austausches zwischen Studierenden beider Länder hob Kabinettschef des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung Maximilian Richter hervor: „Neben der wissenschaftlichen Zusammenarbeit hat die „Building Bridges“-Initiative auch wertvolle Möglichkeiten für den Austausch auf Studierendenebene eröffnet. Wenn es gelingt, österreichische und südafrikanische Studierende noch stärker zusammenzubringen, damit sie voneinander lernen, Erfahrungen austauschen und gemeinsame Programme mitentwickeln, profitieren davon nicht nur die Studierenden persönlich und fachlich, sondern langfristig auch die bilaterale und wirtschaftliche Zusammenarbeit.“  

Von Forschung zu wirtschaftlicher Umsetzung  

Im Juni dieses Jahres verabschiedete die österreichische Bundesregierung die „Österreichische Afrika-Strategie 2026–2029“. Welche zentrale Rolle Südafrika darin einnimmt und warum das Land für Österreich ein wichtiger Partner ist, erläuterte Andreas Reichardt, Sektionschef der Sektion VI (Bergbau) im Bundesministerium für Finanzen, wie folgt: „Südafrika verfügt in vielen Bereichen des Bergbaus über großes Know-how und ist aufgrund seines Ressourcenreichtums ein spannender Partner für Österreich. Akademische Partner wie die Montanuniversität Leoben bringen ihrerseits österreichisches Know-how und ihre Expertise ein. Wenn es gelingt, durch Initiativen wie ‚Building Bridges‘ auf Projektebene langfristige Partnerschaften zu entwickeln, ist damit ein wichtiger Schritt für beide Länder getan.“  

Auch für die in Südafrika ansässigen Unternehmen bot das Symposium eine wichtige Plattform, um auf Basis des wissenschaftlichen Austauschs neue Möglichkeiten für wirtschaftliche Kooperationen auszuloten und gemeinsame Potenziale für zukünftige Projekte zu identifizieren: „Südafrika ist für Österreich der mit Abstand wichtigste Wirtschaftspartner auf dem afrikanischen Kontinent. Rund 70 österreichische Unternehmen sind bereits mit Niederlassungen vor Ort vertreten. Initiativen wie ‚Building Bridges‘ schaffen dabei im wahrsten Sinne des Wortes Brücken – sie ermöglichen den persönlichen Austausch, der für den Aufbau und die Pflege erfolgreicher Netzwerke unerlässlich ist“, erklärte Martin Meischl, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Südafrika. 

Insgesamt arbeiteten im Rahmen der „Building Bridges“-Initiative rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 13 europäischen und afrikanischen Ländern an konkreten Projektkonzepten und setzten dabei wertvolle Impulse für eine langfristige Zusammenarbeit. Auf die Frage, was Europa – und insbesondere Österreich – mit Südafrika verbindet, waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums einig: gemeinsame Werte und der gemeinsame Wille, die Zukunft nachhaltig zu gestalten. 

Gruppenfoto der Teilnehmer*innen des internationalen Forschungssymposiums in Südafrika. Foto: © Isabella Zick

Foto: © Isabella Zick

Vizerektor für Lehre und Internationales, Univ.-Prof. Thomas Prohaska bei der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding für gemeinsame Forschungsaktivitäten und Studierendenaustausch. Foto: © Isabella Zick

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