Hribernik studierte Elektrotechnik an der TU Wien und promovierte in der Schweiz im Bereich Hochspannungstechnik. Seit 2005 war er am AIT Austrian Institute of Technology und dessen Vorgängereinrichtung Arsenal Research tätig, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später in leitender Funktion. Ab 2018 war er als Leiter des Center for Energy für rund 300 Mitarbeitende verantwortlich. 2024 wechselte er in die unternehmerische Umsetzung und gründete gemeinsam mit Partnern ein Unternehmen, das privat finanzierte, grenzüberschreitende Strominfrastrukturprojekte entwickelt. Diese unternehmerische Tätigkeit setzt er neben seiner Professur in Teilzeit fort; an der Montanuniversität ist er mit einem 40-Prozent-Ausmaß tätig.
Neue Expertise im Bereich der Energietechnik
In seiner Forschung verfolgt Hribernik die Weiterentwicklung des europäischen Stromsystems über nationale Grenzen hinweg. Er adressiert Fragen der Versorgungssicherheit, Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung und rückt dabei die Rolle von Hochspannungs-Gleichstromsystemen als überlagertes Netz zur effizienten Übertragung großer Leistungen über weite Distanzen in den Mittelpunkt. Methodisch setzt die Professur auf exzellente Modellierung und Simulation mit starker Domänenkompetenz und einer klaren Ausrichtung auf Umsetzung in Technik, Regulierung und Geschäftsmodelle. Inhaltlich knüpft die Professur eng an die bestehenden Aktivitäten der Montanuniversität in der Energiesystemmodellierung an und ist organisatorisch integriert in den Lehrstuhl für Energieverbundtechnik von Professor Thomas Kienberger. Die Professur schafft zusätzliche Verbindungen zu Lehr- und Forschungsfeldern wie der Leistungselektronik und der Energieversorgung energieintensiver Prozesse.
„Mich reizt die europäische Perspektive: Wenn wir Versorgungssicherheit, leistbare Preise und Dekarbonisierung gemeinsam denken, brauchen wir neue Planungsparadigmen und Technologien wie HVDC. In Leoben können wir exzellente Methoden mit Praxisnähe verbinden – genau an dieser Schnittstelle habe ich meine gesamte Karriere gearbeitet“, sagt Wolfgang Hribernik. Er betont zudem: „Dort, wo Modellierung und Simulation aufhören, beginnt die eigentliche Arbeit. Entscheidend ist, zu verstehen, was die Ergebnisse bedeuten, und sie in Technik, Regulierung oder Geschäftsmodelle zu übersetzen.“
Auch in der Lehre wird Hribernik Akzente setzen. Bereits im kommenden Wintersemester startet er eine Vertiefungsveranstaltung, die HVDC-Technologien und systemische Fragen des europäischen Stromsystems zusammenführt und bewusst einen starken Praxisbezug herstellt. Parallel dazu plant er den Aufbau eines fokussierten Doktorandenteams, das an wenigen, klar umrissenen, aber international sichtbaren Themen arbeitet. Die Finanzierung soll über europäische und kooperative Forschungsprojekte sowie Industriepartnerschaften erfolgen, um Exzellenz, Netzwerkaufbau und Transfer eng miteinander zu verknüpfen.
Die Berufung fügt sich nahtlos in die Profilbildung der Montanuniversität ein. Die Professur „Advanced Power Systems“ stärkt die universitären Schwerpunkte in den Bereichen Ressourcen, Kreislaufwirtschaft, Sicherheit und Energie, leistet einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele und adressiert zentrale Fragen der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsraums Europa. „Die Montanuniversität ist lokal verwurzelt und international wirksam – diese Kombination passt ideal zu meinem Profil. Wir arbeiten an Lösungen, die in Europa entwickelt und global relevant sind“, so Hribernik.
Weitere Infos
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hribernik
Lehrstuhl für Energieverbundtechnik
E-Mail: wolfgang.hribernik(at)unileoben.ac.at
Tel.: 03842 402 5418

