Protest gegen Budgetkürzungen in Graz

Universitäten setzten gemeinsames Zeichen in Graz: In etwa 5000 Studierende, Forscherinnen und Forscher und weitere Universitätsangehörige demonstrierten gestern in Graz gegen die angekündigten Kürzungen im Universitätsbudget. Rektorate und Studierendenvertretungen der steirischen Hochschulen warnten vor massiven Folgen für Forschung, Lehre und den Wissenschaftsstandort.

Unter dem Motto „#UnisRetten“ haben gestern Universitäten, Studierendenvertretungen und Unterstützerinnen und Unterstützer von Bildung, Wissenschaft und Forschung in Graz gegen die geplanten Budgetkürzungen des Bundes protestiert. Der Demonstrationszug führte von der Wilhelm-Fischer-Allee durch die Grazer Innenstadt bis zum Hauptplatz. Hintergrund sind angekündigte massive Einsparungen im Hochschulbereich, vor denen Universitäten und Interessenvertretungen seit Tagen eindringlich warnen. 

Nach ersten Schätzungen nahmen rund 5000 Personen an der Demonstration teil, die wie geplant und ohne Zwischenfälle verlief.

In ihren Statements betonten die Rektorinnen und Rektoren die Bedeutung einer verlässlichen Finanzierung für Forschung, Lehre und Innovation:

Peter Riedler, Rektor der Universität Graz betonte:
„Die Situation hat sich in den letzten Tagen nicht gebessert. Eher im Gegenteil. Die Bundesregierung schiebt die dringenden Fragen auf. Die Perspektive wird im Herbst nicht besser sein. Es braucht jetzt Klarheit für den Finanzierungspfad der Universitäten. Real 2,5 Milliarden Euro weniger, ist eine Dimension eines massiven, und nicht bewältigbaren Einschnitts, wenn Österreich als Wissens-, Forschungs- und Innovationsnation auf dieser Welt weiter mithalten will.“

Horst Bischof, Rektor der Technischen Universität Graz fügte hinzu: 
„Wer heute an den Universitäten spart, gefährdet die Wirtschaft von morgen. Das betrifft sowohl das Fehlen von Fachkräften als auch den Rückgang von Innovation. Wenn die Mittel für die Universitäten gekürzt werden, bedeutet das eine nachhaltige Schwächung für unseren Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. Für die Technologien der Zukunft wird an den Universitäten der Grundstein gelegt, die zukünftigen Innovator*innen werden hier ausgebildet. Sparen bei den Hochschulen hätte daher Auswirkungen, die weit über Universitäten hinausgehen.“

Georg Schulz, Rektor der Kunstuniversität Graz äußerte sich über die geplante Budgetkürzung wie folgt: 
„Natürlich ist uns auch an der KUG bewusst, dass Einsparungen notwendig sind. Aber die geplanten Kürzungen treffen uns überproportional und gehen an die Substanz. Das muss verhindert werden, denn Universitäten sind eine zentrale Lebensader für Österreich - nicht nur als wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort, sondern auch als Demokratie und Kulturnation wie als lebenswertes Musikland.“

Andrea Kurz, Rektorin der Medizinischen Universität Graz hob hervor: 
„Die steirischen Universitäten stehen geschlossen gegen Kürzungen in der Universitätsfinanzierung. Am Beispiel der Med Uni Graz wird deutlich, dass Einsparungen nicht nur Lehre und Forschung betreffen, sondern unmittelbar die Gesundheitsversorgung sowie die Ausbildung zukünftiger Ärzt*innen gefährden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Universitäten in Studium, Forschung, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung, bei real sinkenden bzw. nicht gesicherten Ressourcen. Diese Entwicklung ist nicht tragbar. Sie führt zu Qualitätsverlusten in Ausbildung, Versorgung und Forschung. Investitionen in Universitäten sind daher keine Option, sondern Voraussetzung für eine funktionierende Gesundheitsversorgung, wissenschaftlichen Fortschritt und die Zukunft des Standorts.“

Peter Moser, Rektor der Montanuniversität Leoben führte aus: 
„Als Rektor der Montanuniversität Leoben warne ich eindringlich vor den geplanten Budgetkürzungen. Sie bedeuten weniger Innovation, bremsen Zukunftstechnologien und schwächen den Forschungs- und Hochschulstandort Österreich nachhaltig. Wenn Mittel für Labore, Geräte und qualifiziertes Personal fehlen, verlieren wir Talente, verzögern Schlüsselprojekte und riskieren, europäische Förderungen und Industriekooperationen nicht mehr ausschöpfen zu können. Das trifft nicht nur die Universitäten, sondern die gesamte Wertschöpfungskette: von Ausgründungen und Start-ups über die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe bis hin zu regionalen Arbeitsplätzen. Gerade in Zeiten von Energie- und Klimawende, effizienter Ressourcennutzung und Digitalisierung braucht es starke, verlässliche Forschung und exzellente Lehre. Universitäten sind kein Kostenfaktor, sondern der Motor für Wohlstand, Resilienz und technologische Souveränität. Wer heute bei Bildung und Forschung spart, zahlt morgen mit weniger Wettbewerbsfähigkeit, mehr Abhängigkeit und verpassten Chancen.“

Die Universitäten verwiesen insbesondere auf die verheerenden Auswirkungen auf Studienbedingungen, Arbeitsplätze und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Österreich. Geschlossen appellierten die Universitätsangehörigen an die Bundesregierung, die angekündigten Kürzungen zurückzunehmen und Planungssicherheit für Universitäten und Hochschulen zu gewährleisten.

Rektor Peter Moser (6.v.l.) und Vizerektor Thomas Prohaska (8.v.l.) nahmen an der gestrigen Demonstration in Graz teil. Foto: © Med Uni Graz/Foto Fischer.

Rektor Peter Moser (6.v.l.) und Vizerektor Thomas Prohaska (8.v.l.) nahmen an der gestrigen Demonstration in Graz teil. Foto: © Med Uni Graz/Foto Fischer

Foto: © Med Uni Graz/Foto Fischer.

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Vizerektor Thomas Prohaska sprach im Rahmen der Demo. Foto: © Med Uni Graz/Foto Fischer.

Vizerektor Thomas Prohaska hielt im Rahmen der Demo eine Ansprache. Foto: © Med Uni Graz/Foto Fischer

Foto: © Med Uni Graz/Foto Fischer

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