Startschuss für digitale Drucktechnologien

Am 30. September 2026 wurde das neue Zentrum für digitale Drucktechnologien am Lehrstuhl für Chemie der Kunststoffe offiziell eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Forschung, Industrie und Öffentlichkeit nahmen an Führungen, Live-Demonstrationen und Fachimpulsen teil. Die Veranstaltung bot einen umfassenden Einblick in die Infrastruktur, die Forschungsschwerpunkte und die Anwendungsszenarien der gedruckten Elektronik an der Montanuniversität Leoben.

Die Grundlage wurde für das Zentrum für digitale Drucktechnologien in 14 Jahren Forschung gelegt: Der Weg zum Zentrum begann im CD-Labor für Funktionelle Druckertinten auf Polymerbasis. Ein zentrales Ergebnis ist ein selbstreduzierendes Tintensystem auf Silber-Polymerbasis mit Potenzial für Dehnungssensoren in Gebirgsankern, leitfähigen, flexiblen und druckbaren Klebstoffen, flexiblen Displays, Sensoren zur Feuchtigkeitsmessung sowie medizintechnische Anwendungen.

Ermöglicht durch eine Infrastrukturförderung in Höhe von 1.5 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (1.084. 000 €) und die Montanuniversität Leoben (500.000 €) verfügt das Labor nach der Fertigstellung im Frühjahr 2026 über eine moderne Ausstattung mit unterschiedlichen Druckern und Druckverfahren zur Erforschung und Entwicklung elektronischer Bauelemente sowie zur Weiterentwicklung der zugehörigen Prozesse und verwendeten Materialien. Zur Laborausstattung gehören unter anderem: Siebdruckanlagen sowie hochmoderne Tintenstrahldruckstationen, welche das Präzise Bedrucken sowohl von flachen Substraten als auch 3D Bauteilen ermöglichen. Für hochpräzise Anwendungen stehen hochauflösende Drucksysteme bereit, welche den Druck funktionaler Strukturen im einstelligen Mikrometerbereich ermöglichen.

Die Eröffnung des Zentrums für digitale Drucktechnologien begann mit Grußworten von Thomas Grießer, Leiter des Lehrstuhls für Chemie der Kunststoffe,und Rektor Peter Moser. Anschließend gab Alice Lassnig, Arbeitsgruppenleiterin für gedruckte Elektronik sowie Leiterin des Zentrums für Digitale Drucktechnologien einen kompakten Überblick über die Entstehung und Ausstattung des neuen Labors. Zwei Keynotes boten danach vertiefende Einblicke in Forschung und industrielle Anwendungen der gedruckten Elektronik:

  • Dr. Boris Buchroithner, Profactor, Research Engineer Gedruckte Elektronik bei PROFACTOR: 
    „Kompetenzen, Forschung und Anwendungen“
  • Dr. Krzysztof Krawczyk, Joanneum Research, Principal Scientist:
    „Wenn Materialien druckbar werden: Chemie und Rheologie im Inkjet-Druck.“

Bei geführten Lab-Touren in Kleingruppen erhielten die Gäste anschauliche Demonstrationen zu leitfähigen Tinten, Sensorik und flexibler Elektronik. Den Ausklang bildete ein Networking bei Kaffee und Snacks, bei dem der fachliche Austausch mit Partner*innen aus Wissenschaft und Industrie weiter vertieft wurde.

Aktuell laufen mehrere Projekte und Kooperationen: FFG-geförderte Vorhaben, in denen die Gedruckte Elektronik eine zentrale Rolle spielt wie z.B. Invis PV und NeoFloor, bilden Schwerpunkte, ergänzt durch die Zusammenarbeit mit Industrie- und Forschungspartner*innen.

Das gesamte Rektorat der Montanuniversität war bei der Eröffnung dabei. v.l.n.r. Univ.-Prof. Thomas Grießer, Rektor Peter Moser, Vizerektorin Manuela Raith, Dr. Alice Lassnig, Vizerektor Helmut Antrekowitsch, Vizerektorin Christina Holweg, Vizerektor Thomas Prohaska. Foto: © MUL/Schnehen

Das gesamte Rektorat der Montanuniversität war bei der Eröffnung dabei. v.l.n.r. Univ.-Prof. Thomas Grießer, Rektor Peter Moser, Vizerektorin Manuela Raith, Dr. Alice Lassnig, Vizerektor Helmut Antrekowitsch, Vizerektorin Christina Holweg, Vizerektor Thomas Prohaska. Foto: © MUL/Schnehen

Rektor Peter Moser bei seinen Grußworten. Foto: © MUL/Schnehen

Rektor Peter Moser bei seinen Grußworten. Foto: © MUL/Schnehen

Alice Lassnig, Laborleiterin, gab sprach über die Entstehung des Labors. Foto: © MUL/Schnehen

Alice Lassnig, Laborleiterin, gab sprach über die Entstehung des Labors. Foto: © MUL/Schnehen

Im Siebdruckverfahren entstehen flexible, elektronische Bauteile. Foto: © MUL/Tauderer

Im Siebdruckverfahren entstehen flexible, elektronische Bauteile. Foto: © MUL/Tauderer

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