Eröffnet wurde das - auch online live übertragene - Kolloquium in der gut gefüllten Aula der Montanuniversität Leoben von Vizerektorin Christina Holweg. Sie wies in ihrer Rede unter anderem darauf hin, dass große Erfolge wie z.B. Nobelpreise nur in einer Umgebung möglich sind, die Vertrauen, Freude und auch „Verspieltheit“ ermöglichen.
Die Vortragenden
Univ.-Prof. Oskar Paris, vom Lehrstuhl für Physik, moderierte den Teil zum Physik-Nobelpreis, wobei er einleitend feststellte, dass im „UNESCO International Year of Quantum Science and Technology“ erwartungsgemäß auch der Nobelpreis 2025 aus diesem Gebiet stammt. Die drei in den USA tätigen Forscher – John Clark, Michael H. Devoret und John M. Martinis - wurden für Experimente zu makroskopischen Quanteneffekten in elektrischen Schaltkreisen, einschließlich Quanten-Tunneling und Energiequantisierung ausgezeichnet. Diese Arbeiten sind die Grundlage für Entwicklungen in der Quanteninformatik und Quantensensorik.
Vorgestellt wurde der Physik Nobelpreis von Univ.-Prof. Wolfgang Lang von der Universität Wien unter dem Titel „Macroscopic quantum tunneling: artificial atoms big enough to get one’s grubby fingers“ on. In einem didaktisch exzellenten Vortrag, der unter anderem eine Tanzfläche mit tanzenden Paaren zur Erläuterung der Grundlagen der Supraleitung, den Semmering als Tunnelbarriere und eine geworfene Münze zur Darstellung eines Q-bits nutzte, begeisterte er das Publikum. An der anschließend von Univ.-Prof. Christian Teichert (Lehrstuhl für Physik) geleiteten Diskussion beteiligten sich auch Schüler*innen der Leobener Gymnasien sowie erstsemestrige Studierende der Montanuniversität.
Nach einer kurzen Pause mit Erfrischungen leitete Univ.-Prof. Werner Sitte, vom Lehrstuhl für Physikalische Chemie, zum Chemie-Nobelpreis über, der 2025 für die Entwicklung von metallorganischen Gerüstverbindungen (metal-organic frameworks, MOFs) an Susumu Kitagawa aus Japan, Richard Robson aus Großbritannien und Omar M. Yagi aus den USA vergeben wurde.
Als Sprecher konnte Professor Paolo Falcaro von der TU Graz gewonnen werden, der nicht nur alle drei Nobelpreisträger persönlich kennenlernen durfte, sondern mit einem von ihnen (Susumu Kitagawa) sogar mehrfach gemeinsam publiziert hat. In seinem Vortrag mit dem Titel „The art of tailoring space in solid crystals“ stellte Univ.-Prof. Falcaro einerseits die Eigenschaften und breiten Anwendungsmöglichkeiten von MOFs wie z.B. als Speicher für Gase wie H2 oder CO2 wie auch als Katalysatoren für chemische Reaktionen eindrucksvoll dar. Andererseits gewährte er auch mit einer sehr persönlichen Darstellung der Charaktere der Nobelpreisträger tiefe Einblicke in die Faszination exzellenter wissenschaftlicher Forschung.
Nach einer regen Diskussion im Anschluss schloss Professor Sitte das diesjährige Kolloquium nach drei Stunden faszinierender Einblicke in die Welt der Nobelpreise 2025 mit der Einladung zum nächsten Nobelpreiskolloquium im Dezember 2026.
Weitere Informationen
Univ.-Prof. Dr. Oskar Paris
Lehrstuhl für Physik
Montanuniversität Leoben
Tel.: Tel. +43 3842 402 4600
E-Mail: oskar.paris(at)unileoben.ac.at



