Das norwegische Unternehmen REN hat nun eine aktualisierte Mineralressourcenschätzung für den Fen Carbonatite Complex in Telemark (Norwegen) vorgelegt – mit bemerkenswerten Ergebnissen. Demnach ist der Gesamtgehalt an Seltenerdoxiden (TREO) von 8,8 Millionen Tonnen gemäß Schätzung im Jahr 2024 auf 15,9 Millionen Tonnen im Jahr 2026 gestiegen. Damit wurde die Lagerstätte innerhalb kurzer Zeit um rund 80 Prozent aufgewertet.
Für Europa ist diese Entwicklung von hoher Relevanz. Seltene Erden gelten als Schlüsselrohstoffe für Zukunftstechnologien – von Elektromobilität über erneuerbare Energien bis hin zu Verteidigungssystemen. Die deutliche Ausweitung der Ressourcen stärkt damit nicht nur die Position Norwegens, sondern auch die industrielle Unabhängigkeit Europas.
Leobener Know-how im Zentrum innovativer Abbaumethoden
Eine zentrale Rolle in der Projektentwicklung spielt die Montanuniversität Leoben mit dem sogenannten „Raise-Mining-Abbauverfahren“. Dieses Verfahren wurde von Forschenden der Montanuni mitentwickelt und soll nun in der Fen-Lagerstätte zur Anwendung kommen. Beim Raise Mining handelt es sich um ein geschlossenes Bergbausystem, das zur Gänze Untertage ablaufen soll. Das Verfahren ist kostengünstiger und umweltschonender als andere Bergbaumethoden. Zudem ist das Konzept der „unsichtbaren Mine“ landschafts- und flächenschonend.
Ass.-Prof. Dr. Thomas Frühwirt über das Projekt: „Diese Kooperation ist ein Gewinn auf allen Ebenen: Sie stärkt Europas Versorgungssicherheit mit kritischen Rohstoffen, bringt neueste Forschung direkt in die industrielle Anwendung und schafft zugleich ein einzigartiges Lern- und Innovationsumfeld für die nächste Generation von Fachkräften. Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft profitieren hier gleichermaßen.“
Wichtiger Meilenstein
Das Ziel des Projektes ist es, eine nachhaltige europäische Wertschöpfungskette für Seltene Erden zu etablieren. Die Partnerschaft der Montanuniversität Leoben mit REN zeigt nicht nur die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit von Industrie und Forschung, sondern hebt auch den internationalen Stellenwert der Montanuniversität als Partner für innovative und nachhaltige Bergbaulösungen hervor.
Kontakt:
Ass.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Thomas Frühwirt
Gebirgsmechanik und Untertagebau
Lehrstuhl für Bergbaukunde, Bergtechnik und Bergwirtschaft
Montanuniversität Leoben
Tel.: +43 3842 402 - 2010
E-Mail: thomas.fruehwirt(at)unileoben.ac.at
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Michael Tost
Lehrstuhl für Bergbaukunde, Bergtechnik und Bergwirtschaft
Montanuniversität Leoben
Tel.: +43 664 80898 2000
E-Mail: michael.tost(at)unileoben.ac.at

