MINREC-HT entwickelt und erprobt neue Sortier‑, Recycling‑ und Verwertungsverfahren für regionale mineralische Reststoffströme mit derzeit geringem Recyclinggrad. Die veredelten Materialien werden in Hochtemperaturprozessen erprobt und ermöglichen eine neue Generation ressourceneffizienter feuerfester Baustoffe und Bindemittel. Das senkt den Bedarf an Primärrohstoffen, reduziert Deponiemengen, stärkt die regionale Wertschöpfung und baut technologische Souveränität auf.
Projektbeitrag zu den Zielen der Ressourcenwende
MINREC-HT steigert die Produktivität durch optimierten Ressourceneinsatz (Refuse–Rethink–Reduce): Intelligente Sortier‑ und Recyclingtechnologien maximieren die Materialausbeute, minimieren Verluste und binden Nachhaltigkeitsbewertungen früh in die Entwicklung ein. Die Produktnutzung wird intensiviert (Reuse–Repair–Refurbish–Remanufacture–Repurpose), indem veredelte Reststoffe in neue Anwendungen überführt werden und so kaskadische Nutzungen und längere Materiallebensdauern entstehen. Um Stoffkreisläufe zu schließen (Recycling–Recover), kombiniert das Projekt mechanische, thermische und chemische Prozesse, stellt hochwertige Sekundärrohstoffe für die Hochtemperaturindustrie bereit und verankert regionale Stoffströme in zirkulären Wertschöpfungsketten. Gleichzeitig erhöht das Vorhaben die Resilienz: Regionale Sekundärrohstoffe verringern Importabhängigkeiten, skalierbare und flexible Verfahren erhöhen die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen; szenariengestützte Nachhaltigkeitsbewertungen sichern robuste Technologieentscheidungen. Schließlich stärkt MINREC-HT die technologische Souveränität, indem es Schlüsselkompetenzen in Sortierung, Prozessführung und Verwertung aufbaut und anwendet – als Basis für eigenständige Lösungen in Österreich und Europa.
Zentrale Innovationsbausteine
„Wir denken Inwertsetzung ganzheitlich: Von der präzisen Trennung bis zur anwendungsnahen Validierung liefern wir Sekundärrohstoffe in der Qualität, die Hochtemperaturanwendungen benötigen – effizient, skalierbar und nachhaltig“, erklärt Dr. Klaus Doschek-Held vom Lehrstuhl für Thermoprozesstechnik. Thermochemische Behandlungen stellen gezielt Gefüge‑ und Stoffeigenschaften für den Einsatz in Hochtemperaturanwendungen ein. Die Prozessintegration validiert die Sekundärrohstoffe in industrierelevanten Rezepturen und Prozessketten der Feuerfest‑ und Baustoffindustrie. Begleitend sorgen ein stringentes Nachhaltigkeits‑ und Qualitätsmanagement mit Lebenszyklus‑ und Energieindikatoren sowie klaren Qualitätskriterien für eine verlässliche Inwertsetzung.
Energiebedarf versus Ressourceneffizienz wird durch energieeffiziente Verfahren und die Optimierung entlang von LCA‑Indikatoren adressiert. „Qualitätsanforderungen und Wirtschaftlichkeit werden durch gezielte Prüf‑ und Veredelungsstrategien in Einklang gebracht, um Materialreinheit und Verfügbarkeit kosteneffizient sicherzustellen“, fasst Doschek-Held zusammen. Anfangsinvestitionen begegnet das Projekt mit schrittweiser Implementierung, modularer Verfahrenstechnik und enger Zusammenarbeit mit Industriepartnern, um den Hochlauf planbar und skalierbar zu gestalten.
Konsortium
Das Konsortium vereint führende heimische Forschungseinrichtungen: Die Montanuniversität Leoben mit dem Lehrstuhl für Thermoprozesstechnik, dem Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik & Abfallwirtschaft sowie dem Lehrstuhl für Gesteinshüttenkunde; die Technische Universität Graz mit dem Institut für Angewandte Geowissenschaften und dem Institut für Materialprüfung und Baustofftechnologie; sowie die Technische Universität Wien mit dem Forschungsbereich Systemverfahrenstechnik für Bioressourcen und Nachhaltigkeit, sowie folgende Industriepartner: Holcim (Österreich) GmbH, BRM Recycling GmbH, Next Generation Elements GmbH, Breitenfeld Edelstahl Aktiengesellschaft, RHI Magnesita GmbH und Brantner Österreich GmbH.
Über die Ausschreibung „Ressourcenwende 2025“
Die Ausschreibung richtet sich an Forschung und Entwicklung in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Produktionstechnologien. MINREC-HT ist dem Schwerpunkt „Sortierung und Recycling“ zugeordnet und als Kooperatives F&E‑Projekt in der Kategorie „Industrielle Forschung“ bewilligt. Im Fokus stehen die Optimierung des Ressourceneinsatzes, das Schließen von Stoffkreisläufen, die Erhöhung der Resilienz sowie die Stärkung der technologischen Souveränität durch innovative Technologien und regionale Wertschöpfungsketten.
Weitere Informationen
Dr. Klaus Doschek-Held
Lehrstuhl für Thermoprozesstechnik
Mail: klaus.doschek-held(at)unileoben.ac.at
Tel.: 03842 402 5831
FFG-Datenbank: https://projekte.ffg.at/projekt/5145339
Danksagung: Das Projekt MINREC-HT wird im Rahmen der nationalen Ausschreibung Ressourcenwende 2025 vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) gefördert. Die Abwicklung erfolgt durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). www.fti-ressourcenwende.at

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![Mineralische Reststoffe (Glasrecycling, Bau- und Abbruch, Feuerfestmaterial, Schlacken). [KI-generiert].](/fileadmin/shares/presseaussendungen/2026/MINREC-HT_Reststoffe-klein.png)

