Mit ihrem selbst konzipierten Motorrad ging das MFR-Team beim internationalen MotoStudent-Rennen in Aragon, Spanien an den Start und bewies damit, wie neue Werkstoffe den Rennsport und Mobilitätssektor nachhaltig beeinflussen können.
Internationale Bewährungsprobe bei MotoStudent
Bereits zum zweiten Mal trat MontanFactoryRacing (MFR) bei der internationalen MotoStudent-Challenge an. Über 80 Studententeams aus 20 verschiedenen Ländern hatten weniger als zwei Jahre Zeit, um ein Rennmotorrad zu konstruieren, zu bauen und schließlich unter Wettbewerbsbedingungen auf die Rennstrecke zu bringen. Bereits in der letzten MotoStudent-Edition zählte das MFR-Team zu den erfolgreichsten Teilnehmer*innen. Entsprechend hoch waren daher auch die Erwartungen an den neuen Prototypen der Saison 2024/2025.
Technisch wurde das Motorrad der Vorsaison in zentralen Bereichen weiterentwickelt. Optimiert wurden unter anderem die Steifigkeit der Federung, der Wirkungsgrad des Antriebsstranges sowie die Aerodynamik der Luftansaugung. Hinzu kam auch ein neues Antriebskonzept, bei dem erstmals experimenteller eFuel der Firma Repsol verwendet wurde.
Basaltfaser als Schlüsselinnovation im Heckrahmen
Die wohl auffälligste technische Innovation findet sich jedoch im Heckrahmen des Rennmotorrads. Dieses hoch beanspruchte Bauteil, das sämtliche Lasten durch den Fahrenden aufnehmen muss, wurde erstmals aus Basaltfaser gefertigt. Basaltfaser wird ähnlich wie Carbon- oder Glasfaser hergestellt, besteht jedoch aus geschmolzenem Basaltgestein. Der entscheidende Unterschied liegt in der Nachhaltigkeit. Die Herstellung ist nicht nur deutlich energieärmer, was einen geringeren CO2-Fußabdruck nach sich zieht, sondern kann auch viel besser recycelt werden, da das Material zur Gänze aus natürlichem Basaltgestein besteht.
Eine Schlüsselrolle spielte dabei der Maschinenbau-Student Alexander Plank. Als Mitglied von MontanFactoryRacing entwickelte er im Rahmen seiner Masterarbeit gemeinsam mit dem Leobner Start-Up Fiber Elements und dem Lehrstuhl für Allgemeinen Maschinenbau die Basaltfasertechnologie gezielt für den Einsatz im Motorrad weiter. Konstruktion, Fertigung und Bauteilprüfung gingen dabei Hand in Hand. Erst nach zahlreichen Tests war der Rahmen bereit für den Renneinsatz.
Der Erfolg der Entwicklungsarbeit zeigte sich schließlich auf der Strecke: Der Prototyp mit dem neuartigen Basaltfaser-Heckrahmen wurde beim finalen MotoStudent-Event auf der MotoGP-Strecke von Aragón zugelassen und erfolgreich eingesetzt. Sportlich erreichte das 14-köpfige Team den vierten Platz im Abschlussrennen sowie Rang vier in der Gesamtwertung der eFuel-Klasse unter 32 Teams.
Dr. Michael Pusterhofer vom Lehrstuhl für Allgemeinen Maschinenbau der Montanuniversität Leoben zum Projekt: “Das MontanFactoryRacing-Projekt bietet für Studierende die Möglichkeit theoretisches Wissen in einem praktischen Umfeld anzuwenden. Weiters werden Softskills, beispielsweise Kommunikation im Team, mit Sponsoren oder nach außen, aber auch die Problemlösungsfähigkeit massiv gestärkt. Neben den unvergesslichen Erlebnissen und neuen Freundschaften, sind es diese erworbenen Fähigkeiten, was das Projekt so einzigartig machen.“
Vor allem aber zeigte das Projekt, welches Potenzial in der Verbindung aus universitärer Forschung, industrieller Kooperation und praxisorientierter Lehre steckt. Unterstützt von Unternehmen wie KTM, Pankl, 4a, Liqui Moly, Ehgartner, Rosendahl und Red Bull entstand in Leoben ein Rennmotorrad, das nicht nur schnell ist, sondern auch technologische Impulse für die Mobilität von morgen liefert.
Kontakt
Dipl.-Ing. Dr.mont. Michael Pusterhofer
Lehrstuhl für allgemeinen Maschinenbau
Montanuniversität Leoben
Tel.: +43 3842 402 - 1467
E-Mail: michael.pusterhofer(at)unileoben.ac.at



