Montanuniversität: Einzigartige Forschungsanlage eröffnet

Die Montanuniversität Leoben forscht, in Kooperation mit OMV, an der Dekarbonisierung des Luftverkehrs: Am Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes wurde eine europaweit einzigartige Forschungsanlage in Betrieb genommen, mit der verschiedene Prozesswege zur Herstellung von Sustainable Aviation Fuels (SAF) erforscht und weiterentwickelt werden. Ermöglicht wurde die neue Infrastruktur durch Mittel des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sowie durch die finanzielle Beteiligung der OMV.

Europas einzigartige Forschungsanlage in Leoben

Die Anlage erstreckt sich über ein ganzes Universitätsgebäude und bietet außergewöhnliche Flexibilität: Verschiedene Herstellungsprozesse von SAF können realitätsnah abgebildet, verglichen und hinsichtlich Effizienz, Kosten und Skalierbarkeit bewertet werden, um die technisch und wirtschaftlich vielversprechendsten Produktionsprozesse zu identifizieren und weiterzuentwickeln.

Die experimentellen Arbeiten werden durch modernste Methoden der Prozesssimulation und Machine-Learning-Modellen unterstützt. Diese digitale Begleitung beschleunigt die Entwicklung, minimiert Risiken beim Hochfahren und schafft die Grundlage, um Technologien „Made in Austria“ effizient in den industriellen Maßstab zu überführen.

Univ.-Prof. Dr. Markus Lehner, Leiter des Lehrstuhls für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes, betont: „Diese Anlage ist ein wesentlicher Meilenstein in der Forschung für eine nachhaltige, klimaneutrale und leistbare Mobilität auch im Luftverkehr. Sie positioniert Österreich und das Forschungsland Steiermark als eines der führenden Innovationszentren im Bereich der zivilen Luftfahrt.“

Enge Kooperation mit OMV

Die Planung und Errichtung der Anlage erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der OMV. Als langjähriger Partner der Montanuniversität Leoben bringt OMV technologische Expertise und Innovationskraft aktiv in diese Forschungsanlage ein. Die Partnerschaft bündelt wissenschaftliche Exzellenz und industrielle Erfahrung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von SAF. OMV treibt die Entwicklung nachhaltiger Flugtreibstoffe (SAF) konsequent voran und leistet damit einen zentralen Beitrag zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs. SAF ist ein wesentlicher Baustein der OMV‑Strategie, um CO₂‑Emissionen deutlich zu reduzieren und eine nachhaltige Energiezukunft zu gestalten.

Martijn van Koten, OMV Executive Vice President Fuels und Chemicals: „Unsere Partnerschaft mit der Montanuniversität Leoben ermöglicht es uns, neue Wege in der grundlegenden Kraftstoffforschung zu gehen. Innovation und Technologie bilden das Fundament unseres Wandels zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien. Nachhaltige Kraftstoffe spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie ermöglichen bereits heute CO₂-reduzierte Mobilität und unterstützen entscheidend unseren Weg zu Netto-Null bis 2050.“

Breite Unterstützung von Bund, Land und Stadt

Die Initiative wird von Bund, Land und Stadt getragen und stärkt die Position Österreichs als Innovationsstandort für klimafreundliche Mobilität.

„Sustainable Aviation Fuels sind ein entscheidender Baustein für die Dekarbonisierung der modernen Luftfahrt. Als Bundesregierung unterstützen wir diese Technologie gezielt in der SAF-Roadmap. Die Multi-Purpose Miniplant ist eine von zahlreichen Flagship-Initiativen, mit der wir die heimische Mobilitätsindustrie gezielt weiterentwickeln, ein Ziel das wir uns auch im Rahmen der Industriestrategie gesetzt haben. Die neue Anlage ist in dieser Größe und Form europaweit einzigartig und ein hervorragendes Beispiel für die Innovationskraft unseres Landes und zugleich dafür, was gelingen kann, wenn Politik, Wissenschaft und Industrie an einem Strang ziehen. Diese Art der Kooperation zur Lösung zentraler Herausforderungen wird auch von meinem Ministerium unterstützt: Wir haben dieses Projekt über die FFG mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert“, erklärt Innovations- und Mobilitätsminister Peter Hanke an die Veranstalter gerichteten Grußworte.

Wirtschafts- und Forschungslandesrat Willibald Ehrenhöfer betont: „Mit dieser europaweit einzigartigen Forschungsinfrastruktur an der Montanuniversität Leoben wird einmal mehr sichtbar, wofür die Steiermark steht: für Exzellenz in der Forschung, für eine starke Kooperation zwischen Wissenschaft und Industrie und für den klaren Anspruch, als führendes Innovations- und Forschungsland die Mobilität der Zukunft aktiv mitzugestalten. Gerade bei nachhaltigen Flugtreibstoffen zeigt sich, wie entscheidend Innovation für Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit ist. Die enge Zusammenarbeit von Universität, OMV und öffentlicher Hand stärkt den Standort nachhaltig und bringt die Steiermark in die Poleposition bei der Entwicklung von Schlüsseltechnologien für eine klimafreundliche Mobilität.“

Kurt Wallner, Bürgermeister der Stadt Leoben: „Mit der neuen Anlage zeigt die Montanuniversität einmal mehr, wie Forschung in Leoben direkt in die Anwendung kommt. Hier entstehen Lösungen für eine der größten Herausforderungen unserer Zeit: klimafreundliche Mobilität. Für unsere Stadt ist das ein klarer Gewinn: Wir stärken unsere Rolle als international sichtbares Zentrum für Technologie und Innovation und bringen Wissenschaft, Industrie und öffentliche Hand erfolgreich zusammen. Genau diese Zusammenarbeit brauchen wir, um die Energiewende auch im Flugverkehr voranzubringen.“

SAF als Schlüsseltechnologie für klimaneutralen Luftverkehr

Der weltweite Flugverkehr verursacht rund zwei Prozent der CO₂-Emissionen. Mit der Initiative „ReFuelEU Aviation“ verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, die zivile Luftfahrt bis 2050 klimaneutral zu gestalten. Ein zentraler Hebel dafür sind nachhaltige Flugtreibstoffe: synthetisch hergestelltes, Kerosin, das die gleichen chemischen Eigenschaften wie fossiles Kerosin besitzt und daher in bestehenden Flugzeugen und Infrastrukturen eingesetzt werden kann. SAF kann CO₂‑Emissionen über den gesamten Lebenszyklus um mehr als 80 % reduzieren und leistet damit einen zentralen Beitrag zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs.

Die Prozessketten zur Herstellung von SAF sind derzeit in vielen Bereichen noch nicht vollständig ausgereift: Die Effizienzen sind gering, die Produktionsmengen begrenzt und die Kosten gegenüber fossilem Kerosin deutlich höher. Genau hier setzt die neue Forschungsinfrastruktur der Montanuniversität Leoben an.

Weitere Informationen
Univ.-Prof. Dr. Markus Lehner
Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes
Mail: markus.lehner(at)unileoben.ac.at
Tel.: 03842 402 5000

Hinweis: Die Fotos wurden während der Eröffnungszeremonie aufgenommen, bei der keine betrieblichen Aktivitäten stattfanden und daher keine Schutzausrüstung erforderlich war.

Univ.-Prof. Markus Lehner (Montanuniversität Leoben), Andreas Leitner (OMV SVP Innovation & Technology), Abgeordneter zum Nationalrat Wolfgang Moitzi, Wirtschafts- und Forschungslandesrat Willibald Ehrenhöfer, Gudrun Kollmitzer (OMV VP Business & Digital Transformation) Rektor Peter Moser (Montanuniversität Leoben) und Bürgermeister der Stadt Leoben Kurt Wallner. Foto: © MUL/Harald Tauderer

Univ.-Prof. Markus Lehner (Montanuniversität Leoben), Andreas Leitner (OMV SVP Innovation & Technology), Abgeordneter zum Nationalrat Wolfgang Moitzi, Wirtschafts- und Forschungslandesrat Willibald Ehrenhöfer, Gudrun Kollmitzer (OMV VP Business & Digital Transformation) Rektor Peter Moser (Montanuniversität Leoben) und Bürgermeister der Stadt Leoben Kurt Wallner. Foto: © MUL/Harald Tauderer

v.l.n.r.: Dipl.-Ing. Enzo Komatz, Dr. Christoph Markowitsch, Univ.-Prof. Markus Lehner und Dipl-Ing. Severin Sendlhofer (alle vom Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes). Foto: © MUL/Tauderer.

v.l.n.r.: Dipl.-Ing. Enzo Komatz, Dr. Christoph Markowitsch, Univ.-Prof. Markus Lehner und Dipl-Ing. Severin Sendlhofer (alle vom Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes). Foto: © MUL/Tauderer.

SAF-Anlage Am Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes wurde eine europaweit einzigartige Forschungsanlage in Betrieb genommen, mit der verschiedene Prozesswege zur Herstellung von Sustainable Aviation Fuels (SAF) erforscht und weiterentwickelt werdenFoto: © MUL/Tauderer

SAF-Anlage: Am Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes wurde eine europaweit einzigartige Forschungsanlage in Betrieb genommen, mit der verschiedene Prozesswege zur Herstellung von Sustainable Aviation Fuels (SAF) erforscht und weiterentwickelt werdenFoto: © MUL/Tauderer

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