Nachhaltiges Kaffeekapselrecycling „live“ im Nespresso-Shop

Maschine an, Kaffeekapsel hinein, Kaffee genießen – so praktisch Kaffeekapseln auch sind, können sie für die Umwelt eine potenzielle Belastung darstellen: Genau hier setzen Forscher*innen der Montanuniversität Leoben an. Ein Team des Lehrstuhls für Nichteisenmetallurgie hat in Zusammenarbeit mit ARA – der Altstoff Recycling Austria AG – einen Prozess entwickelt, mit dem Kaffeekapseln vollständig recycelt werden können. Wie genau dieses Verfahren funktioniert, konnten Besucherinnen und Besucher am 17. und 18. März in den Nespresso-Shops in Graz und Wien live miterleben.

Die Live-Demonstration erfolgte in Zusammenarbeit der Montanuniversität Leoben mit der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) und Nespresso. Vor Ort konnten Besucher*innen mitverfolgen, wie die Kapseln zunächst in einem mobilen Ofen geschmolzen und im Anschluss zu einem Münzrohling gegossen wurden. Aus diesem Rohling konnten Interessierte anschließend ihren eigenen Magneten für Zuhause prägen. 

Beim demonstrierten Recyclingprozess wird aus gebrauchten Kaffeekapseln sauberes Aluminium gewonnen – frei von organischen Rückständen. Denn der vergleichsweise hohe Gehalt an Kaffeesud im Vergleich zum Verpackungsmaterial sowie der Lack an der Oberfläche der Kapsel, führen beim Einschmelzen zu ökonomischen sowie prozesstechnischen Einschränkungen. Die Herausforderung besteht darin, diese Bestandteile voneinander zu trennen und damit ein effizientes Recycling zu gewährleisten. Der Aufbereitungsprozess der Forscher*innen vom Lehrstuhl für Nichteisenmetallurgie löst dieses Problem durch eine geeignete thermische Behandlung unter Luftausschluss bzw. Pyrolyse und anschließendes Umschmelzen. 

Ziel des Projektes ist es, im Sinne des Circular-Engineering-Ansatzes der Montanuniversität den Materialkreislauf zu schließen. Denn im weiteren Verlauf sollen die Aluminiumfolien wiederum zu Kaffeekapseln verarbeitet werden, womit ein Closed-Loop-Recycling der Kaffeekapseln, beziehungsweise ein Recycling im geschlossenen Kreislauf, möglich wäre.

Link zum ORF-Beitrag über die Aktion: https://on.orf.at/video/14315811/steiermark-heute-vom-18032026

Foto: © MUL/Tauderer

v.l.n.r.: Dipl.-Ing. Dr. Stefan Tichy (LS Nichteisenmetallurgie, MUL), Ing. Andreas Sprung (LS Nichteisenmetallurgie, MUL), Nespresso Österreich Geschäftsführer Stefan Trojer, ARA Vorstandssprecher Harald Hauke, ARA Vorstand Thomas Eck, Vizerektor für Forschung und Nachhaltigkeit Helmut Antrekowitsch (Montanuniversität Leoben), Stefan Wibner (LS Nichteisenmetallurgie, MUL) und Dipl.-Ing. Dr. Sebastian Samberger (LS Nichteisenmetallurgie, MUL). Foto: © ARA/Daniel Willinger.

Bei der Demonstration des Recyclingprozesses in Wien anwesend: v.l.n.r.: Dipl.-Ing. Dr. Stefan Tichy (LS Nichteisenmetallurgie, MUL), Ing. Andreas Sprung (LS Nichteisenmetallurgie, MUL), Nespresso Österreich Geschäftsführer Stefan Trojer, ARA Vorstandssprecher Harald Hauke, ARA Vorstand Thomas Eck, Vizerektor für Forschung und Nachhaltigkeit Helmut Antrekowitsch (Montanuniversität Leoben), Stefan Wibner (LS Nichteisenmetallurgie, MUL) und Dipl.-Ing. Dr. Sebastian Samberger (LS Nichteisenmetallurgie, MUL). Foto: © ARA/Daniel Willinger.

Das Team des LS Nichteisenmetallurgie bei der Vorführung des Recyclingprozesses in Graz. Foto: © MUL/Tauderer

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